Der Modehändler Primark ist dem internationalen Branchenbündnis Denim Deal beigetreten. Die Initiative verfolgt das Ziel, den Einsatz von Baumwolle aus gebrauchten Textilien in der Jeansproduktion auszuweiten und die Kreislaufwirtschaft innerhalb der Denim-Branche voranzubringen.
Mit der Mitgliedschaft will Primark seine bisherigen Aktivitäten zur Verwendung recycelter Materialien ergänzen. Im Mittelpunkt stehen laut Primark der Austausch mit anderen Unternehmen, technische Verbesserungen und die Entwicklung geeigneter Beschaffungsstrukturen.
Denim Deal vernetzt Marken, Hersteller und Recycler
Der Denim Deal bringt Unternehmen verschiedener Stufen der textilen Wertschöpfungskette zusammen. Dazu zählen Modemarken, Produzenten, Materiallieferanten und Recyclingunternehmen.
Gemeinsam sollen Lösungen entstehen, mit denen sich gebrauchte Baumwolltextilien in größerem Umfang für neue Jeansstoffe nutzen lassen. Die Beteiligten tauschen Erfahrungen aus und arbeiten an technischen sowie wirtschaftlichen Herausforderungen.
Für Primark eröffnet die Zusammenarbeit Zugang zu spezialisiertem Fachwissen und Unterstützung bei der Materialbeschaffung. Darüber hinaus kann sich das Unternehmen an gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligen.
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Primark setzt auf Baumwolle aus gebrauchten Jeans
Ein Schwerpunkt der Initiative liegt auf sogenannter Post-Consumer-Baumwolle. Dabei handelt es sich um Material aus Textilien, die bereits von Verbrauchern genutzt und anschließend gesammelt wurden.
Anders als Produktionsreste müssen gebrauchte Kleidungsstücke zunächst sortiert und aufbereitet werden. Die daraus gewonnenen Fasern können anschließend bei der Herstellung neuer Denim-Produkte eingesetzt werden.
Primark will innerhalb des Bündnisses untersuchen, wie sich der Anteil solcher Recyclingfasern weiter erhöhen lässt. Konkrete neue Mengenziele oder verbindliche Zeitpläne nennt das Unternehmen bislang nicht.
Erste Denim-Kollektion mit mindestens 20 Prozent Recyclingmaterial
Bereits Anfang 2026 brachte Primark eine fünfteilige Jeanskollektion auf den Markt, für die gebrauchte Denim-Textilien wiederverwertet wurden. Jedes Kleidungsstück enthielt mindestens 20 Prozent recyceltes Denim-Material.
Dafür wurden aussortierte Jeansstoffe zu neuen Baumwollfasern verarbeitet. Die Kollektion sollte zugleich zeigen, wie sich Recyclingmaterialien in neue Bekleidungsprodukte integrieren lassen.
Bei der Gestaltung berücksichtigte Primark außerdem die spätere Wiederverwertung. Unter anderem wurde auf Stretchmaterialien und verzichtbare Metallbestandteile wie Nieten verzichtet, um die Aufbereitung am Ende der Nutzungsdauer zu erleichtern.
Circular Product Standard 2.0 definiert Anforderungen
Die Recyclinginitiative ergänzt den unternehmenseigenen Circular Product Standard 2.0. Mit diesem Regelwerk will Primark kreislauforientierte Produktgestaltung stärker in seinen Entwicklungsprozessen verankern.
Der Standard konzentriert sich auf drei zentrale Bereiche: die Haltbarkeit von Kleidungsstücken, die Auswahl geeigneter Materialien und die Recyclingfähigkeit. Produkte sollen dadurch länger genutzt und nach ihrer Verwendung besser wiederverwertet werden können.
Primark verbindet damit Anforderungen an die Gestaltung mit der Auswahl von Rohstoffen. Die Kriterien sollen bei der Entwicklung weiterer Bekleidungskollektionen berücksichtigt werden.
Acht Prozent der verkauften Jeans erfüllen Kreislaufkriterien
Im Geschäftsjahr 2024/25 entsprachen nach Unternehmensangaben acht Prozent der verkauften Denim-Artikel den eigenen Anforderungen an kreislauforientiertes Design. Damit ist das Konzept bereits in einem Teil des Jeanssortiments umgesetzt.
Die Kennzahl bezieht sich auf die Produktgestaltung und bedeutet nicht, dass sämtliche betreffenden Artikel vollständig aus Recyclingmaterial bestehen. Haltbarkeit, Materialeinsatz und Wiederverwertbarkeit werden im Standard gemeinsam betrachtet.
Mit dem Beitritt zum Denim Deal will Primark auf diesen Erfahrungen aufbauen. Die Zusammenarbeit soll zusätzliche Möglichkeiten schaffen, Recyclingbaumwolle in größerem Umfang einzusetzen.
Zusammenarbeit soll Recyclingfasern breiter verfügbar machen
Die Wiederverwertung gebrauchter Baumwolltextilien erfordert abgestimmte Prozesse zwischen Sammlung, Sortierung, Faseraufbereitung und Bekleidungsproduktion. Einzelne Modeunternehmen können diese Strukturen nur begrenzt allein entwickeln.
Durch die Zusammenarbeit im Denim Deal will Primark praktische Lösungen mit anderen Marktteilnehmern erproben. Besonders wichtig sind dabei technische Unterstützung, verlässliche Materialquellen und gemeinsame Entwicklungsprojekte.
Ob daraus kurzfristig höhere Recyclinganteile im regulären Jeanssortiment entstehen, bleibt offen. Die Mitgliedschaft ist zunächst ein weiterer Schritt innerhalb der bestehenden Nachhaltigkeits- und Kreislaufstrategie des Unternehmens.


