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Wirtschaft: EU-Prognose zählt Deutschland zu den Schlusslichtern für 2026

Deutschland-Flagge mit abnehmender Kurve als Symbol für Rezession 2023 in Deutschland
Foto: Natanael Ginting / Shutterstock

Key takeaways

Die EU-Kommission erwartet für Deutschland 2026 ein BIP-Wachstum von 1,2 Prozent – weniger als im EU-Schnitt. Die Herbstprognose zeigt ein moderates Wachstum, getrieben von Konsum und Investitionen, bei sinkender Inflation und stabiler Beschäftigung. Handelsrisiken und höhere Staatsausgaben bleiben zentrale Unsicherheitsfaktoren.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland verbessern sich nach Einschätzung der EU-Kommission, bleiben im Vergleich zur Europäischen Union jedoch hinter dem Durchschnitt zurück. In ihrer Herbstprognose geht die Kommission für 2026 von einem deutschen BIP-Wachstum von 1,2 Prozent aus. Der EU-weite Schnitt soll bei 1,4 Prozent liegen, ebenso wie das Wachstum im Euroraum.

Während die Prognose für Deutschland positiver ausfällt als noch im Frühjahr – damals war für 2025 mit einer Stagnation gerechnet worden – zählt die Bundesrepublik weiterhin zu den Schlusslichtern in der Union. Nur Finnland dürfte mit einem Plus von 0,1 Prozent 2025 noch schlechter abschneiden.

Konjunktur legt in der EU insgesamt moderat zu

Die EU-Wirtschaft hat sich im Jahresverlauf besser entwickelt als erwartet. Vor allem im dritten Quartal 2025 setzte sich die Expansion fort. Der Ausblick bleibt trotz eines schwierigen globalen Umfelds stabil: Für 2025 und 2026 wird ein BIP-Zuwachs von jeweils 1,4 Prozent prognostiziert. Für das Jahr 2027 wird ein leichtes Plus auf 1,5 Prozent erwartet.

Im Euroraum wird ein vergleichbares Wachstumstempo prognostiziert, wenn auch leicht darunter: 1,3 Prozent im Jahr 2025, 1,2 Prozent im Jahr 2026 und 1,4 Prozent im Jahr 2027.

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Verbraucher und Investitionen treiben die Erholung

Getragen wird das Wachstum in erster Linie vom privaten Konsum und von Investitionen. Gestützt durch eine stabile Beschäftigung, gestiegene Kaufkraft und gute Finanzierungsbedingungen, soll die Binnennachfrage auch weiterhin die wichtigste Wachstumsstütze bleiben.

Dabei spielen auch EU-Fonds wie die Aufbau- und Resilienzfazilität eine Rolle, die fiskalische Konsolidierungseffekte in mehreren Mitgliedstaaten abfedern. Die Investitionstätigkeit gewinnt an Schwung, insbesondere im Bereich des Nichtwohnbausektors und bei Ausrüstungsinvestitionen.

Inflation auf Rückzug – Zinsen stabilisieren sich

Die Inflation in der EU und im Euroraum soll in den kommenden Jahren weiter sinken. Für den Euroraum wird ein Rückgang von 2,4 Prozent im Jahr 2024 auf 2 Prozent im Jahr 2027 erwartet. In der EU insgesamt soll die Inflationsrate etwas höher bleiben und 2027 bei 2,2 Prozent liegen.

Unterschiedliche Entwicklungen der Teilbereiche gleichen sich dabei weitgehend aus: Während die Inflation bei Dienstleistungen und Lebensmitteln zurückgeht, steigen die Energiepreise wieder leicht an.

Beschäftigung bleibt stabil, Arbeitslosigkeit sinkt

Trotz einer nachlassenden Dynamik beim Beschäftigungswachstum entstehen weiterhin neue Jobs. Im ersten Halbjahr 2025 kamen 380.000 Arbeitsplätze hinzu. Bis 2027 wird mit einer fortgesetzten leichten Ausweitung der Beschäftigung gerechnet. Die Arbeitslosenquote dürfte von 5,9 Prozent in den Jahren 2025 und 2026 auf 5,8 Prozent im Jahr 2027 sinken.

Auch wenn sich das Lohnwachstum verlangsamt, bleibt es laut Kommission über der Inflation – was zu einer leichten Verbesserung der realen Kaufkraft führt.

Schulden und Defizite steigen

Die Haushaltsdefizite in der EU steigen wieder an – unter anderem durch höhere Verteidigungsausgaben, die bis 2027 auf 2 Prozent des BIP wachsen sollen. Das gesamte Defizit der EU soll von 3,1 Prozent im Jahr 2024 auf 3,4 Prozent im Jahr 2027 steigen.

Auch die Schuldenquote entwickelt sich nach oben: Im Euroraum wird ein Anstieg von derzeit 88 Prozent auf 90,4 Prozent des BIP erwartet. In vier Mitgliedstaaten soll die Verschuldung 2027 sogar über 100 Prozent des BIP liegen.

Handelsrisiken bleiben größte Unsicherheitsfaktoren

Geopolitische Spannungen, protektionistische Maßnahmen und Handelsbarrieren bleiben laut Kommission die größten Risikofaktoren für das Wachstum. Zwar hätten neue Abkommen zwischen den USA und der EU die Unsicherheiten leicht reduziert, dennoch sehen sich EU-Exporteure mit höheren Zöllen als bisher konfrontiert.

Die Kommission geht davon aus, dass alle US-Zölle, die bis zum 31. Oktober 2025 eingeführt wurden, während des gesamten Prognosezeitraums Bestand haben. Gleichzeitig könnten neue geopolitische Schocks, innenpolitische Instabilität oder klimabedingte Katastrophen das Wachstum zusätzlich belasten.

Positiv könnten sich hingegen Fortschritte bei Strukturreformen, neue Handelsabkommen und produktionsorientierte Verteidigungsausgaben innerhalb der EU auswirken.

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