Der US-Lieferplattformbetreiber DoorDash hat im dritten Quartal 2026 neue Höchstwerte bei Umsatz, Bestellvolumen und Gewinn erreicht. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf 4,62 Milliarden US-Dollar. Der den Stammaktionären zurechenbare Nettogewinn erhöhte sich um 91 Prozent auf 466 Millionen Dollar.
Gleichzeitig kündigte das Unternehmen die geplante Übernahme des Lebensmittel-Lieferdienstes Instacart für rund 17 Milliarden Dollar an. DoorDash will damit seine Marktposition im digitalen Handel ausbauen und zusätzliche Geschäftsfelder erschließen.
Bestellungen und vermitteltes Warenvolumen wachsen deutlich
Im Zeitraum von Juli bis September 2026 vermittelte DoorDash insgesamt 993 Millionen Bestellungen. Das entspricht einem Zuwachs von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Bruttowert der über die Plattformen abgewickelten Bestellungen, das sogenannte Marketplace Gross Order Value (GOV), stieg um 36 Prozent auf 33,94 Milliarden Dollar.
Ein Teil des Wachstums entfiel auf die Übernahme des britischen Lieferdienstes Deliveroo. Ohne diesen Effekt erhöhten sich die Bestellungen um 17 Prozent, während das vermittelte Warenvolumen und der Umsatz jeweils um 23 Prozent zunahmen.
Auch die operative Ertragskraft verbesserte sich. Das bereinigte EBITDA erreichte 1,06 Milliarden Dollar und lag damit 41 Prozent über dem Vorjahreswert. Die entsprechende Marge bezogen auf das vermittelte Warenvolumen erhöhte sich von 3,0 auf 3,1 Prozent.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Lebensmittelhandel entwickelt sich zum Wachstumstreiber
Neben dem Restaurantgeschäft gewinnen Lebensmittelbestellungen und Lieferungen anderer Einzelhandelswaren für DoorDash an Bedeutung. In den USA wuchs das vermittelte Warenvolumen dieser Kategorien im dritten Quartal mehr als doppelt so schnell wie im heimischen Restaurantsegment. Neue Handelspartner erweiterten das verfügbare Sortiment. Gleichzeitig investierte das Unternehmen in günstigere Lieferangebote und eine höhere Servicequalität.
Im Restaurantgeschäft unterstützte insbesondere das Mitgliedschaftsprogramm DashPass die Entwicklung. Nach Unternehmensangaben trug dessen Wachstum innerhalb von zwei Jahren dazu bei, die Transaktionsgebühren je Bestellung um neun Prozent zu reduzieren.
DoorDash baut außerdem zusätzliche Dienstleistungen aus. So stieg die Zahl der Restaurantreservierungen über die US-Plattform in bereits erschlossenen Regionen gegenüber dem Vorquartal um mehr als 340 Prozent.
Instacart-Übernahme soll Logistiknetzwerk stärken
Mit dem geplanten Kauf von Instacart will DoorDash seine Aktivitäten im Lebensmittelhandel erheblich erweitern. Die Vereinbarung bewertet Instacart mit rund 17 Milliarden Dollar beziehungsweise 65 Dollar je Aktie. Mindestens 75 Prozent des Kaufpreises sollen in bar gezahlt werden, während der verbleibende Anteil über DoorDash-Aktien abgewickelt werden kann.
Der Abschluss wird für Ende 2027 oder die erste Jahreshälfte 2028 erwartet. Voraussetzung sind unter anderem die Zustimmung der Instacart-Aktionäre und behördliche Genehmigungen.
DoorDash rechnet langfristig mit jährlichen Synergien von mindestens 500 Millionen Dollar nach Berücksichtigung zusätzlicher Investitionen. Im ersten Jahr nach der Übernahme sollen die erwarteten Einsparungen allerdings vollständig und darüber hinaus in den Ausbau des Geschäfts reinvestiert werden.
Ein Schwerpunkt liegt auf der effizienteren Abwicklung von Lebensmittelbestellungen. DoorDash setzt dabei auch auf eigene Lagerstrukturen, um Lieferzeiten und Fehlerquoten zu reduzieren.
Nach Unternehmensangaben erreichen selbst verwaltete Warenbestände eine Erfüllungsgenauigkeit von mehr als 99 Prozent. Lieferungen aus entsprechend organisierten Lagerstandorten erfolgen durchschnittlich über zehn Minuten schneller.
KI und autonome Zustellung werden ausgebaut
Parallel zum Kerngeschäft investiert DoorDash in künstliche Intelligenz und automatisierte Lieferprozesse. Zu den neuen Anwendungen gehört Ask DoorDash, ein KI-gestützter Dienst für Restaurantempfehlungen und die Zusammenstellung von Lebensmittelbestellungen.
Mit Text DoorDash können Kunden Bestellungen über Textnachrichten aufgeben. Zudem entwickelt das Unternehmen Schnittstellen, über die externe KI-Agenten auf bestimmte DoorDash-Funktionen zugreifen können.
Die strategische Ausrichtung konzentriert sich jedoch insbesondere auf die physische Infrastruktur des Handels. DoorDash will Lagerkapazitäten, Fulfillment-Dienstleistungen und autonome Zustelltechnologien weiterentwickeln. Die geplante Integration von Instacart soll zusätzliche Skaleneffekte ermöglichen und die Auslastung des Liefernetzwerks verbessern.
DoorDash erwartet weiteres Wachstum im Schlussquartal
Für das vierte Quartal 2026 prognostiziert DoorDash ein vermitteltes Warenvolumen zwischen 35,4 und 36,4 Milliarden Dollar. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 900 Millionen und 1,1 Milliarden Dollar liegen.
Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen aktienbasierte Vergütungsaufwendungen von rund 1,2 Milliarden Dollar. Abschreibungen und Amortisationen sollen ebenfalls etwa 1,2 Milliarden Dollar erreichen.
Der operative Mittelzufluss belief sich im dritten Quartal auf 994 Millionen Dollar. Der freie Cashflow stieg gegenüber dem Vorjahr von 723 auf 787 Millionen Dollar.
Zudem setzt DoorDash sein Aktienrückkaufprogramm fort. Bis zum 28. Oktober wurden im laufenden Jahr 6,8 Millionen Aktien für insgesamt rund eine Milliarde Dollar zurückgekauft. Von der bestehenden Ermächtigung verbleiben damit etwa vier Milliarden Dollar.
Mit den Rekordergebnissen und der angekündigten Instacart-Übernahme treibt DoorDash den Wandel vom klassischen Restaurantlieferdienst zu einer umfassenden Handels- und Logistikplattform voran. Entscheidend für die weitere Entwicklung werden die Integration bestehender Geschäftsbereiche, die geplanten Investitionen und die regulatorische Freigabe der Übernahme sein.




