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DoorDash will Instacart für 17 Milliarden Dollar übernehmen

Frau mit Instacart Shopper und Lebensmittel
Foto: Instacart

Key takeaways

➟ Der US-Lieferplattformbetreiber plant eine Milliardenübernahme und will seine Handelsinfrastruktur deutlich erweitern. Gemeinsame Abonnements und digitale Werbeangebote sollen im Wettbewerb mit Amazon,. Walmart und Uber neue Wachstumsmöglichkeiten schaffen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der US-Lieferdienstkonzern DoorDash, zu dem auch Wolt und Deliveroo gehören, will den Lebensmittelbestellplattform-Betreiber Instacart für rund 17 Milliarden US-Dollar übernehmen. Mit der heute angekündigten Transaktion werden die vorab durchgesickerten Berichte bestätigt und ein neuer Technologie- und Logistikgigant für den Einzelhandel entsteht. Das Unternehmen würde damit seine Position gegenüber Handelskonzernen wie Amazon, Walmart und dem Lieferdienst-Wettbewerber Uber deutlich stärken.

Die Vereinbarung sieht einen Kaufpreis von 65 Dollar je Instacart-Aktie vor. Das entspricht einem Aufschlag von 26 Prozent gegenüber dem Börsenkurs vor Bekanntwerden der Übernahmegespräche. Mindestens drei Viertel des Kaufpreises sollen in bar gezahlt werden. Der Abschluss wird für Ende 2027 oder die erste Jahreshälfte 2028 erwartet und steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen.

DoorDash erweitert Geschäft über Lieferdienste hinaus

Mit Instacart, das unter anderem auch Lieferung für ALDI US abwickelt, würde DoorDash sein bisheriges Geschäftsmodell deutlich ausbauen. Während DoorDash vor allem Restaurantbestellungen und kurzfristige Warenlieferungen vermittelt, verfügt Instacart über spezialisierte Technologien für den digitalen Lebensmitteleinkauf. Dazu gehören Bestellplattformen, Softwarelösungen für Einzelhändler sowie digitale Werbeangebote für Markenhersteller.

Durch die Kombination beider Unternehmen könnte ein Dienstleister entstehen, der große Teile des Onlinehandelsprozesses abdeckt. Einzelhändler sollen künftig Bestellungen, Kundenkommunikation, Werbung und Lieferlogistik über eine gemeinsame Infrastruktur organisieren können.

Insbesondere kleinere Handelsunternehmen könnten dadurch Zugang zu Technologien erhalten, deren eigenständige Entwicklung hohe Investitionen erfordern würde.

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Mehr als 150.000 Geschäfte könnten erreichbar werden

Die geplante Integration würde die Reichweite beider Plattformen erheblich erweitern. Instacart verbindet Verbraucher derzeit mit nahezu 100.000 Geschäften. Durch DoorDash könnten mehr als 50.000 weitere Standorte hinzukommen.

Rechnerisch ergäbe sich damit ein potenzielles Netzwerk von über 150.000 Geschäften. Überschneidungen zwischen den Plattformen sind dabei allerdings nicht ausgeschlossen.

Für angeschlossene Händler verspricht der Zusammenschluss zusätzliche Vertriebsmöglichkeiten. Neben einer größeren Kundenreichweite sollen auch digitale Werbedienstleistungen und Fulfillment-Angebote ausgebaut werden.

Ein wichtiger Bestandteil ist das Retail-Media-Geschäft. Hersteller können dabei Werbeplätze und Produktplatzierungen innerhalb digitaler Einkaufsplattformen buchen. Für Händler entstehen dadurch zusätzliche Einnahmequellen außerhalb des klassischen Warenverkaufs.

Gemeinsames Abonnement soll Kunden entlasten

Auch die bestehenden Kundenbindungsprogramme sollen zusammengeführt werden. DoorDash betreibt das Mitgliedschaftsmodell DashPass, während Instacart mit Instacart+ ein eigenes Abonnement anbietet. Künftig sollen Verbraucher beide Leistungen über eine gemeinsame Mitgliedschaft nutzen können.

Nach Unternehmensangaben könnten Kunden dadurch insgesamt rund 100 Millionen Dollar jährlich an Abonnementgebühren einsparen. Die tatsächliche Entlastung hängt jedoch von den künftigen Preisen und Nutzungsbedingungen ab.

Für DoorDash bietet ein gemeinsames Programm die Möglichkeit, Kunden stärker an die Plattform zu binden. Restaurantbestellungen und regelmäßige Lebensmitteleinkäufe könnten sich ergänzen und die Auslastung der Lieferinfrastruktur verbessern.

Künstliche Intelligenz und Logistik im Mittelpunkt

Neben dem Ausbau der Lieferkapazitäten wollen beide Unternehmen ihre technologischen Kompetenzen bündeln. Dazu gehören KI-gestützte Produktempfehlungen, digitale Einkaufsassistenten und automatisierte Bestellprozesse.

Instacart bringt insbesondere Erfahrungen mit den Anforderungen des Lebensmittelhandels ein. Dazu zählen die Verfügbarkeit einzelner Artikel, die Auswahl geeigneter Ersatzprodukte und die Organisation zeitkritischer Lieferungen.

DoorDash könnte diese Technologien mit seinem bestehenden Zustellnetzwerk und zusätzlichen Fulfillment-Dienstleistungen verbinden.

Auch für die selbstständigen Zusteller und Einkaufskräfte beider Plattformen werden zusätzliche Auftragsmöglichkeiten angekündigt. Ob daraus tatsächlich höhere Einkommen entstehen, hängt allerdings von Vergütung, Auftragsvolumen und Auslastung ab.

Kartellbehörden müssen Übernahme genehmigen

Die geplante Milliardenübernahme dürfte auf eine intensive wettbewerbsrechtliche Prüfung treffen. Beide Unternehmen sind bedeutende Anbieter im amerikanischen Liefergeschäft und verfügen über umfangreiche Kunden-, Händler- und Transaktionsdaten.

Neben möglichen Überschneidungen bei Lebensmittelbestellungen könnten die Behörden insbesondere die Auswirkungen auf den Zugang unabhängiger Händler zu digitalen Vertriebskanälen untersuchen.

DoorDash hat bereits zugesichert, dass angeschlossene Lebensmittelhändler weiterhin mit konkurrierenden Lieferplattformen zusammenarbeiten dürfen. Exklusive Bindungen sollen in diesem Bereich nicht eingeführt werden.

Für die Transaktion sind unter anderem Genehmigungen in den USA, Kanada und Israel erforderlich. Zudem müssen die Instacart-Aktionäre zustimmen. Anteilseigner mit zusammen rund 19 Prozent der Aktien haben ihre Unterstützung bereits signalisiert.

Bis zum Abschluss sollen beide Unternehmen unabhängig weiterarbeiten. Die Marke Instacart und ihre bestehenden Technologieangebote sollen auch nach der Übernahme erhalten bleiben.

Mit dem geplanten Zusammenschluss würde DoorDash seine Rolle im digitalen Einzelhandel erheblich erweitern. Ob daraus ein leistungsfähiger Wettbewerber zu Amazon und Walmart entsteht, hängt jedoch von der kartellrechtlichen Freigabe und der erfolgreichen Integration beider Plattformen ab.

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