Der Outdoor- und Campinghändler Doorout aus Fulda steht erneut vor dem wirtschaftlichen Aus. Das Ladengeschäft in der Frankfurter Straße ist geschlossen, der Online-Shop seit Mitte Dezember offline. Hinweise auf eine tiefgreifende Krise gab es bereits seit Wochen, nun ist offiziell: Die Kebasa GmbH, Betreiberin der Marke Doorout, hat Anfang Januar erneut Insolvenz angemeldet.
Kundenservice bricht zusammen – Beschwerden nehmen zu
Am Standort in Fulda deutet laut Fuldaer Zeitung ein handgeschriebener Zettel auf eine „vorübergehende Schließung“ hin. Online ist der Shop ebenfalls nicht mehr erreichbar – stattdessen wird dort auf einen künftigen Relaunch verwiesen. Telefonisch ist das Unternehmen nicht zu erreichen, E-Mails bleiben unbeantwortet. Die Kommunikation mit Kunden ist damit de facto eingestellt.
In zahlreichen Online-Bewertungen äußern sich betroffene Kunden enttäuscht. Während einige noch auf die Auslieferung bestellter Ware hoffen, berichten andere, dass Retourenpakete nicht angenommen würden. In mehreren Fällen seien Rücksendungen mit dem Vermerk „Annahme verweigert“ zurückgegangen. Auch von nicht erstatteten Zahlungen ist die Rede.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Amtsgericht Fulda bestätigt neues Verfahren
Das Amtsgericht Fulda bestätigte Anfang Januar das Insolvenzverfahren. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Dirk Ritzenhoff von der Kanzlei Flöther & Wissing eingesetzt. Weitere Details zur finanziellen Lage des Unternehmens oder zu möglichen Fortführungsszenarien wurden bislang nicht veröffentlicht.
Die aktuelle Entwicklung überrascht viele, da Doorout erst vor wenigen Monaten ein Insolvenzverfahren durchlaufen hatte. Im Herbst 2024 war das Unternehmen bereits zahlungsunfähig geworden, ehe im Februar 2025 Gründer Roland Brotzmann erneut die Leitung übernahm, um die Firma zu stabilisieren.
Strukturelle Probleme offenbar ungelöst
Die neuerliche Insolvenz weckt Zweifel an der Nachhaltigkeit der damaligen Sanierung. Offenbar konnten grundlegende Schwächen – etwa in der Logistik, im Onlinehandel oder der Finanzierung – nicht behoben werden. Die Zukunft des stationären Geschäfts, der Beschäftigten sowie des Webshops ist unklar.
Für Kunden bedeutet die Situation vor allem Unsicherheit: Ob Gutscheine, Garantiefälle oder Retouren – derzeit ist keine verlässliche Abwicklung gewährleistet.
Der Fall Doorout steht exemplarisch für die zunehmenden Herausforderungen im stationären Handel und im Nischen-E-Commerce. Steigende Betriebskosten, Kaufzurückhaltung und wachsender Wettbewerbsdruck bringen selbst etablierte Anbieter in Bedrängnis.


