In der Europäischen Union fallen weiterhin steigende Mengen an Verpackungsabfällen an. Nach aktuellen Zahlen des europäischen Statistikamtes Eurostat entstanden 2024 insgesamt 81,5 Millionen Tonnen Verpackungsmüll. Das entspricht durchschnittlich 181 Kilogramm je Einwohner und einem Anstieg um 3,2 Kilogramm gegenüber dem Vorjahr. Besonders Kunststoffverpackungen bleiben eine Herausforderung: Pro Kopf wurden 35,9 Kilogramm Kunststoffverpackungsabfälle erzeugt, von denen 15,3 Kilogramm recycelt wurden.
Die Recyclingquote für Kunststoffverpackungen verbesserte sich zwar leicht auf 42,4 Prozent. Gleichzeitig nahm jedoch auch die insgesamt anfallende Abfallmenge weiter zu. Die am 22. Oktober 2026 veröffentlichten Eurostat-Daten verdeutlichen damit die anhaltende Belastung durch Verpackungsmaterialien.
Verpackungsabfälle seit 2014 deutlich gestiegen
Innerhalb von zehn Jahren hat sich das Pro-Kopf-Aufkommen an Verpackungsabfällen in der EU erheblich erhöht. Während 2014 durchschnittlich 161,4 Kilogramm je Einwohner anfielen, waren es 2024 bereits 181 Kilogramm.
Damit stieg die Abfallmenge innerhalb eines Jahrzehnts um 19,6 Kilogramm pro Person. Allein gegenüber 2023 verzeichnete Eurostat einen Zuwachs von 3,2 Kilogramm.
Den größten Anteil am gesamten Verpackungsmüll hatten Papier und Karton mit 40,8 Prozent. Kunststoffverpackungen folgten mit 19,9 Prozent vor Glas mit 18,1 Prozent.
Weitere 16,2 Prozent entfielen auf Holzverpackungen und 4,8 Prozent auf Metalle. Sonstige Materialien machten lediglich 0,2 Prozent des gesamten Verpackungsabfalls aus.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Kunststoffverpackungen verursachen 35,9 Kilogramm Abfall
Das Aufkommen an Kunststoffverpackungsabfällen erreichte 2024 durchschnittlich 35,9 Kilogramm je Einwohner. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 0,6 Kilogramm.
Auch langfristig zeigt sich eine deutliche Zunahme. Seit 2014 erhöhte sich die Menge an Kunststoffverpackungsabfällen um 6,1 Kilogramm pro Kopf.
Parallel dazu stieg die recycelte Kunststoffmenge. Im Jahr 2024 wurden durchschnittlich 15,3 Kilogramm je Einwohner wiederverwertet, ebenfalls 0,6 Kilogramm mehr als 2023.
Über den gesamten Zehnjahreszeitraum nahm die recycelte Menge um 3,4 Kilogramm pro Kopf zu. Damit entwickelte sich das Recycling positiv, konnte den Anstieg des Kunststoffabfallaufkommens mengenmäßig jedoch nicht vollständig ausgleichen.
Recyclingquote steigt auf 42,4 Prozent
EU-weit wurden 2024 insgesamt 42,4 Prozent der angefallenen Kunststoffverpackungsabfälle recycelt. Im Jahr zuvor hatte die Quote noch bei 41,6 Prozent gelegen.
Der Anstieg um 0,8 Prozentpunkte zeigt eine leichte Verbesserung bei der stofflichen Wiederverwertung. Dennoch wurden weiterhin deutlich weniger als die Hälfte der Kunststoffverpackungsabfälle dem Recycling zugeführt.
Die Entwicklung verdeutlicht, dass steigende Recyclingmengen nicht automatisch zu einer Verringerung des gesamten Verpackungsabfalls führen. Neben einer höheren Wiederverwertungsquote bleibt deshalb auch die Entwicklung der anfallenden Abfallmengen entscheidend.
Lettland führt beim Kunststoffrecycling
Zwischen den Mitgliedstaaten bestehen erhebliche Unterschiede bei der Wiederverwertung von Kunststoffverpackungen.
| EU-Mitgliedstaat | Recyclingquote 2024 |
|---|---|
| Lettland | 71,0 % |
| Belgien | 58,2 % |
| Polen | 56,0 % |
| Tschechien | 53,7 % |
| Frankreich | 27,4 % |
| Finnland | 26,9 % |
| Dänemark | 22,5 % |
Lettland erreichte mit 71 Prozent die höchste Recyclingquote innerhalb der EU. Dahinter folgten Belgien, Polen und Tschechien und Deutschland, die ebenfalls mehr als die Hälfte ihrer Kunststoffverpackungsabfälle recycelten.
Die niedrigsten Werte verzeichneten Dänemark, Finnland und Frankreich. Zwischen dem Spitzenreiter Lettland und Dänemark lag damit ein Unterschied von 48,5 Prozentpunkten.
Verpackungsvermeidung bleibt zentrale Herausforderung
Die Eurostat-Zahlen zeigen eine gegenläufige Entwicklung: Während die Recyclingquote für Kunststoffverpackungen langsam steigt, wächst zugleich die Menge des anfallenden Verpackungsmülls.
Für Hersteller, Handel und Verpackungswirtschaft verdeutlichen die Daten die Bedeutung von Materialeinsparungen, recyclingfähigen Verpackungen und einer effizienteren Kreislaufführung.
Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob sich die Abfallmengen künftig begrenzen lassen und gleichzeitig ein größerer Anteil der eingesetzten Verpackungsmaterialien wiederverwertet werden kann.




