Der europäische Einzelhandel hat im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat an Dynamik verloren. Das saisonbereinigte Absatzvolumen sank im Euroraum um 0,6 Prozent und in der Europäischen Union um 0,4 Prozent. Das zeigen erste Schätzungen des europäischen Statistikamtes Eurostat.
Im Juni war das Einzelhandelsvolumen sowohl im Euroraum als auch in der gesamten EU noch um jeweils 0,2 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich bleibt die Entwicklung trotz des Rückgangs im Juli positiv: Gegenüber Juli 2025 lag das kalenderbereinigte Absatzvolumen im Euroraum 0,6 Prozent und in der EU 1,0 Prozent höher.
Non-Food-Handel belastet die Monatsentwicklung
Innerhalb des Euroraums entwickelte sich der Handel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren im Juli vergleichsweise robust. Das Absatzvolumen stieg gegenüber Juni um 0,4 Prozent. Dagegen verbuchten Non-Food-Produkte ohne Kraftstoffe ein Minus von 1,4 Prozent.
Auch der Absatz von Kraftstoffen an spezialisierten Verkaufsstellen ging zurück. Hier meldete Eurostat für den Euroraum einen Rückgang um 0,8 Prozent. In der gesamten EU stiegen Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren um 0,3 Prozent, während Non-Food-Produkte und Kraftstoffe um 1,1 Prozent nachgaben.
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Deutschland verzeichnet stärksten monatlichen Rückgang
Unter den EU-Mitgliedstaaten mit verfügbaren Daten fiel die Entwicklung in Deutschland besonders schwach aus. Das Einzelhandelsvolumen sank – auch nach Berechnungen des Statischen Bundesamtes – im Juli gegenüber Juni um 3,4 Prozent. Damit verzeichnete Deutschland den stärksten monatlichen Rückgang unter den von Eurostat aufgeführten Ländern.
Auch Spanien meldete mit 0,9 Prozent ein Minus. In Italien und Polen ging das Einzelhandelsvolumen jeweils um 0,3 Prozent zurück. Die höchsten monatlichen Zuwächse erzielten dagegen Lettland mit 2,5 Prozent, Zypern mit 2,0 Prozent und Luxemburg mit 1,8 Prozent.
Lebensmittelhandel wächst auch im Jahresvergleich
Gegenüber Juli 2025 legte der Handel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren im Euroraum um 1,6 Prozent zu. Bei Non-Food-Produkten ohne Kraftstoffe betrug das Wachstum lediglich 0,2 Prozent. Der Absatz von Kraftstoffen sank dagegen um 3,1 Prozent.
Für die gesamte EU ergibt sich ein ähnliches Bild. Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren lagen 1,3 Prozent über dem Vorjahresniveau, während Non-Food-Produkte um 0,9 Prozent zulegten. Bei Kraftstoffen wurde ein Rückgang um 2,0 Prozent verzeichnet.
Deutscher Einzelhandel liegt auch unter Vorjahresniveau
Deutschland gehört auch im Jahresvergleich zu den Ländern mit rückläufigem Einzelhandelsvolumen. Gegenüber Juli 2025 meldete Eurostat für die Bundesrepublik ein Minus von 2,5 Prozent. Noch stärker fiel der Rückgang lediglich in Rumänien mit 5,7 Prozent aus.
Italien lag ein Prozent und Spanien 0,7 Prozent unter dem jeweiligen Vorjahreswert. Die stärksten Zuwächse erzielten Zypern mit 8,6 Prozent, Lettland mit 7,1 Prozent und Schweden mit 6,4 Prozent. Damit fällt die Entwicklung innerhalb der EU weiterhin deutlich unterschiedlich aus.





