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Food-Markt im Umbruch: Neue Ernährungstrends schaffen Billionenpotenzial

Frau mit einem Online-Lebensmitteleinkauf
Foto: Nataliya Vaitkevich / Pexels

Key takeaways

Neue Ernährungstrends, technologische Innovationen und Klimarisiken treiben den Wandel der Lebensmittelwirtschaft. Bis 2035 entstehen 3,1 Billionen US-Dollar Marktpotenzial.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die weltweite Lebensmittelwirtschaft erlebt aktuell eine der tiefgreifendsten Transformationen ihrer Geschichte. Neue Ernährungsgewohnheiten, technologische Fortschritte und der Druck zur Klimaanpassung verändern, wie Lebensmittel angebaut, verarbeitet und konsumiert werden. Bis 2035 entstehen in innovativen Wachstumsfeldern entlang der gesamten Wertschöpfungskette Marktpotenziale von rund 3,1 Billionen US-Dollar. Für Deutschland entspricht dies einem Volumen von rund 75 Milliarden US-Dollar – ein hohes zweistelliges Milliardenpotenzial.

Strukturwandel statt Mehrkonsum

Laut der Strategy&-Studie „Future of Food 2.0“ sind 90 Prozent dieses Wachstums nicht auf steigende Nachfrage zurückzuführen, sondern auf strukturelle Verschiebungen innerhalb des Ökosystems. Neue Technologien, Ressourcenknappheit, nachhaltige Produktionsmethoden und veränderte Konsumerwartungen lösen klassische Modelle ab.

Besonders dynamisch entwickeln sich jene Bereiche, in denen Kunden Lebensmittel kaufen und konsumieren – etwa im Einzelhandel, in der Gastronomie oder in neuen Convenience-Formaten. Gleichzeitig verlagert sich ein erheblicher Teil der Risiken an den Anfang der Wertschöpfungskette: Landwirte und Produzenten tragen zunehmend die Hauptlast von Kostensteigerungen, regulatorischen Anforderungen und Klimarisiken.

Die zentralen Treiber dieses Wandels reichen vom anhaltenden Gesundheitsboom über klimasensible Ernährung bis hin zu KI-gestützten Anwendungen, die Einkauf, Zubereitung und persönliche Ernährungspläne neu definieren. Wearables, digitale Gesundheitschecks und KI-Analysen ermöglichen personalisierte Ernährungskonzepte, die die Nachfrage nach protein- und funktionsreichen Lebensmitteln deutlich steigern.

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Wachstumssegmente in Anbau, Produktion und Konsum

Die Studie prognostiziert entlang der Wertschöpfungskette unterschiedliche Wachstumsschwerpunkte:

Lebensmittelanbau: 400 Milliarden US-Dollar global, davon rund 10 Milliarden in Deutschland. Besonders stark entwickeln sich Gewächshäuser, deren weltweites Marktvolumen bis 2035 auf 220 Milliarden US-Dollar steigt.
Lebensmittelproduktion: 680 Milliarden US-Dollar global, etwa 17 Milliarden US-Dollar in Deutschland. Nachhaltige Verpackungen dominieren das Wachstum, ihr Marktvolumen könnte bis 2035 auf 430 Milliarden US-Dollar klettern.
Konsumumfeld: 2.060 Milliarden US-Dollar global, rund 50 Milliarden US-Dollar in Deutschland. Größtes Potenzial bietet der Bereich Gesundheit und Ernährung – getrieben auch durch den weltweiten Boom der GLP-1-Medikamente, die Portionsgrößen und Essgewohnheiten beeinflussen.

Ein bemerkenswertes Beispiel für Wertschöpfungsverschiebungen liefert Molke: Einst ein Nebenprodukt der Käseproduktion, ist sie heute aufgrund ihrer Einsatzmöglichkeiten in proteingestützten Lebensmittelinnovationen wertvoller als der Käse selbst.

Herausforderungen für Landwirte – und die Notwendigkeit von Allianzen

Trotz der hohen Wachstumsraten bleibt das Food-Ökosystem von tiefen strukturellen Gegensätzen geprägt. Während am Ende der Kette Handel, Gastronomie und neue Plattformen wachsen, stehen Produzenten unter Druck. Weltweit bewirtschaften etwa 608 Millionen Landwirte Flächen, 84 Prozent davon kleinere Betriebe mit weniger als zwei Hektar. Für viele von ihnen sind Investitionen in Präzisionslandwirtschaft, Digitalisierung oder regenerative Methoden kaum finanzierbar – obwohl genau diese Technologien entscheidend für den Fortschritt des Systems sind.

Ohne stabile Rahmenbedingungen und gezielte Unterstützung droht das Fundament der Branche zu erodieren. Die Geschwindigkeit, mit der sich das Ernährungssystem transformieren kann, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Landwirte Zugang zu neuen Technologien und Kapital erhalten.

Strategien für Unternehmen im neuen Food-Ökosystem

Um in diesem Umfeld erfolgreich zu sein, empfiehlt die Studie ein strategisches Dreiklangmodell: Choose, Connect, Capture.

Choose: Unternehmen müssen passende Wachstumsfelder identifizieren, die sowohl zu ihrer Positionierung als auch zu den strukturellen Trends passen.
Connect: Da kaum ein Akteur die Transformation allein bewältigen kann, gewinnen Partnerschaften entlang der gesamten Kette an Bedeutung – zwischen Landwirtschaft, Technologieanbietern, Verpackungsherstellern, Gesundheitsdienstleistern, Handel und Politik.
Capture: Entscheidend ist die Umsetzung: Innovationen müssen skalierbar gemacht, Risiken geteilt und Kompetenzen gebündelt werden.

Unternehmen, die jetzt entschlossen handeln, können nicht nur neues Wachstum erschließen, sondern auch zentrale Positionen im entstehenden globalen Food-Ökosystem einnehmen.

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