Verzicht auf tierische Produkte bleibt zum Jahresbeginn ein Thema, wird von Verbrauchern jedoch flexibler interpretiert als gedacht. Neue Daten von YouGov zeigen: Der Veganuary inspiriert zwar viele, führt aber nur selten zu einem strikt veganen Lebensstil.
Flexitarismus statt radikaler Verzicht
Im Januar 2026 gaben lediglich 2 Prozent der Befragten an, sich vollständig vegan ernährt zu haben. Weitere 2 Prozent verzichteten vollständig auf Fleisch, ernährten sich also vegetarisch. Die Mehrheit reduzierte ihren Konsum tierischer Produkte nur punktuell: Für 15 Prozent war der Veganuary ein Anlass für bewusstere Essentscheidungen – etwa einzelne fleischfreie Tage oder Mahlzeiten. 68 Prozent änderten ihre Ernährung im Januar hingegen gar nicht, 7 Prozent ernähren sich dauerhaft vegetarisch oder vegan.
Diese Zahlen deuten auf einen weiter verbreiteten flexitarischen Lebensstil hin: Weniger Fleisch, ohne es ganz vom Speiseplan zu streichen. Das zeigt sich auch im langfristigen Trend. Laut YouGov Profiles hat sich der Anteil vegetarisch oder vegan lebender Menschen seit 2018 nicht wesentlich verändert und liegt konstant zwischen 7 und 9 Prozent. In der Gen Z fällt der Anteil mit 16 Prozent deutlich höher aus. Die Altersgruppe nennt ethische Gründe häufiger als Motivation – 50 Prozent der Gen Z gegenüber 32 Prozent der Gesamtbevölkerung.
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Fleischersatzprodukte: Differenzierter Markt, stagnierende Entwicklung
Trotz wachsender Aufmerksamkeit für pflanzenbasierte Ernährung zeigt der Markt für Fleischersatzprodukte eine durchwachsene Entwicklung. Während klassische Fleischimitate wie vegane Wurst oder Burger im Jahr 2025 Rückgänge verzeichneten, legten naturbelassene Alternativen wie Tofu oder Falafel zu. Die Gesamtmenge des Marktes wuchs dadurch noch um rund 4 Prozent – allerdings stagniert die Reichweite erstmals: Nur noch 39 Prozent der Haushalte kauften 2025 Fleischersatzprodukte, nach 39,4 Prozent im Vorjahr.
Die Daten legen nahe, dass Verbraucher zunehmend zu eigenständigen, wenig verarbeiteten Produkten greifen – ein Hinweis auf veränderte Erwartungen an Geschmack, Natürlichkeit und Qualität. Der Trend zur bewussteren Ernährung hält zwar an, doch scheint er sich nicht mehr primär über verarbeitete Ersatzprodukte auszudrücken.


