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Frankreich verschärft Auflagen: Regulierungsdruck auf Shein nimmt zu

Mehrere SHEIN Polybags
Foto: Depositphotos

Key takeaways

Frankreich verschärft seinen Kurs gegen Shein und will den Drittanbieter-Marktplatz des Konzerns zeitweise stilllegen. Grund sind verbotene Produkte und Risiken für die öffentliche Ordnung. Eine Entscheidung des Berufungsgerichts wird im März erwartet.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die französische Regierung hat ihren juristischen Druck auf Shein erhöht, nimmt dabei jedoch Abstand von einem kompletten Plattformverbot. Stattdessen will sie den Drittanbieter-Marktplatz des chinesischen Online-Modehändlers gezielt ins Visier nehmen. Ein entsprechendes Rechtsmittel wurde gegen ein Urteil eingelegt, das ein Totalverbot wegen Unverhältnismäßigkeit ablehnte, aber gleichzeitig erhebliche Risiken für die öffentliche Ordnung bestätigte.

Regierung setzt auf Berufung statt Plattformverbot

Am 1. Februar reichte der Staat beim Berufungsgericht in Paris Klage gegen ein früheres Urteil ein, das am 19. Dezember eine vollständige Sperrung von Shein untersagt hatte. Shein hatte infolge wieder seinen Marktplatz freigeschaltet. Ziel ist es nun, zumindest den Marktplatz für externe Anbieter zeitweise stillzulegen. Als Referenz fordert die Regierung eine Rückkehr zum Zustand zwischen November und Dezember 2025, in dem Shein nur Produkte eigener Marken verkaufen durfte.

Der Fokus der Behörden liegt auf Angeboten, die zuvor über externe Händler liefen – darunter verbotene Waffen, nicht zugelassene Medikamente und sexuell anstößige Produkte, die wie kindliche Figuren gestaltet waren. Diese Entdeckungen hatten im November 2025 ein Verfahren ausgelöst. Das zuständige Gericht stufte sie als Bedrohung für die öffentliche Ordnung ein, lehnte aber eine vollständige Abschaltung ab.

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Konsequenzen bei erfolgreicher Berufung

Wird dem Rechtsmittel stattgegeben, wäre der Marktplatz für Drittanbieter zunächst für drei Monate blockiert. Die Umsetzung dieser Maßnahme obläge Arcom, der französischen Behörde für digitale Kommunikation. Zugleich verlangt die Regierung verbindliche Präventivmaßnahmen, um ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden. Sollte die Berufung scheitern, will der Staat zumindest ein Einfrieren des aktuellen Zustands erreichen – etwa durch einen Aufnahmestopp neuer Händler.

Shein hatte bereits im November 2025 auf die Kritik reagiert und den Marktplatz vorübergehend selbst geschlossen. Seit Januar wird der Zugang wieder schrittweise geöffnet, wobei vorerst nur nicht-textile Produkte zugelassen sind. Das Unternehmen verweist auf ein externes Gutachten, das die internen Kontrollsysteme positiv bewertet habe. Die französische Regierung kritisiert jedoch, bislang keine Ergebnisse dieser Untersuchung erhalten zu haben.

Europas Regulierer im Spannungsfeld

Der Fall Shein hat über Frankreich hinaus Bedeutung. Er illustriert, wie nationale Regierungen versuchen, internationale E-Commerce-Akteure stärker in die Pflicht zu nehmen – und das, ohne gegen europäische Grundsätze der Verhältnismäßigkeit zu verstoßen. Insbesondere Drittanbieter-Marktplätze geraten zunehmend ins Visier, da sie eine regulatorische Grauzone darstellen: Sie verbinden das Plattformmodell mit einem nur begrenzt kontrollierbaren Warenangebot – was in puncto Verbraucherschutz und öffentlicher Sicherheit zunehmend als Problem gesehen wird.

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