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BEITRAG

Gartner Predictions – Generative KI wird Marketing strukturell verändern

Deckblatt der Gartner Marketing Predictions 2024
Foto: Gartner

In der Welt des Marketings steht dank künstlicher Intelligenz (KI) wohl eine Revolution bevor – eine, die tiefgreifende Veränderungen in Strategie, Kreativität und Kundeninteraktion mit sich bringt. Der neu erschienene „Marketing Predictions“ Gartner-Bericht beleuchtet diese Veränderungen und prognostiziert durch die Möglichkeiten generativer KI massive Änderungen in der gesamten Marketingindustrie.

Ein zentraler Aspekt ist der zunehmende Einsatz von GenAI in kreativen Rollen. Bis 2026 werden 80% der fortgeschrittenen kreativen Positionen den Einsatz von generativer KI erfordern, um einzigartige und innovative Ergebnisse zu erzielen. Dies führt zu einer gesteigerten Notwendigkeit, in kreatives Talent zu investieren und neue Fähigkeiten zu entwickeln, die die Synergie zwischen menschlicher Kreativität und maschineller Effizienz optimal nutzen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Schutz von Marken vor den Täuschungsrisiken, die durch GenAI entstehen können. 60% der CMOs planen bis 2026, Technologien zur Authentizität von Inhalten und markengeprüfte nutzergenerierte Inhalte (UGC) einzuführen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Echtheit und Vertrauenswürdigkeit der Marke zu bewahren, ein Aspekt, der in einer von KI-dominierten Welt immer wichtiger wird.

Der Bericht hebt zudem einen bemerkenswerten Trend hervor: den Rückgang der Nutzung sozialer Medien. Ein wahrgenommener Qualitätsverlust dieser Plattformen soll voraussichtlich dazu führen, dass 50% der Verbraucher bis 2025 ihre Nutzung (stark) einschränken. Dies würde für viele Marken eine Neuausrichtung ihrer Strategien zur Kundenakquise und -bindung erfordern.

Im Moment gibt es etwa 4,76 Milliarden Social Media Nutzer, was fast 60 Prozent der Weltbevölkerung entspricht. Es ist jedoch festzustellen, dass das Wachstum der Social Media sich verlangsamt hat. Der Nettozuwachs von 137 Millionen neuen Nutzern im vergangenen Jahr entspricht einem jährlichen Wachstum von ca. 3 Prozent​​.

Interessant ist darüber hinaus auch die Vorhersage, dass bis 2027 20% der Marken sich als „Acoustic Brands“, also frei von KI, positionieren werden. Dieses Vorgehen spricht Kundensegmente an, die Wert auf Authentizität, Tradition und ethische Standards legen – ein deutlicher Gegenpol zur technologiegetriebenen Marketingwelt.

Schließlich – und das aus Online-Marketing-Perspektive wohl die dramatischste These – prognostiziert der Bericht bis 2028 einen Rückgang des organischen Suchvolumens von Marken um 50% oder mehr, da Verbraucher zunehmend GenAI-betriebene Suche nutzen. Diese Entwicklung würde Marken und Händler dazu, ihre SEO- und Content-Strategien grundlegend zu überdenken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Gartner-Bericht, wenn auch nur Vorhersagen, deutlich macht, dass KI nicht nur eine technologische Ergänzung, sondern ein zentraler Treiber im Marketing der Zukunft sein wird.

Neben den genannten Entwicklungen bringt die rasche Evolution und Implementierung generativer KI jedoch auch echte strukturelle Herausforderungen mit sich, insbesondere hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit in kreativen Berufen. Schon jetzt ist erkennbar, dass Positionen wie Texter, Grafikdesigner und Bildproduzenten durch den Einsatz von KI-Technologien gefährdet werden könnten. Generative KI-Systeme sind in der Lage, in Sekundenschnelle Inhalte zu erstellen, die traditionell Stunden oder Tage menschlicher Arbeit erfordern würden. Dies führt zu einer Umwälzung in der Berufslandschaft, bei der Kreativschaffende sich anpassen und neue Fähigkeiten entwickeln müssen, um im Einklang mit der KI weiterhin relevant zu bleiben. Die Debatte über den Einfluss von KI auf Arbeitsplätze ist somit ein wichtiger Aspekt in der Diskussion um die zukünftige Ausrichtung des Marketings und der kreativen Industrien.

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