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Groschen-Markt in der Krise: Ostdeutscher Discounter ist insolvent

Startseite der Website von Groschen Markt
Foto: groschen-markt.de/

Key takeaways

Der ostdeutsche Schnäppchenhändler Groschen-Markt hat Insolvenz angemeldet. Die 50 Filialen bleiben zunächst geöffnet. Gründe sind unter anderem die starke Konkurrenz durch Billiganbieter wie Action oder Temu sowie eine spürbare Kaufzurückhaltung bei Nonfood-Produkten.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der Haushalts- und Nonfood-Händler Groschen-Markt hat Insolvenz angemeldet. Dies berichtet die WirtschaftsWoche. Betroffen ist die DEC Handelsgesellschaft mbH mit Sitz in Dingelstädt (Thüringen), die rund 50 Filialen in mehreren ostdeutschen Bundesländern betreibt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Olaf Spiekermann von der Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt. Der Geschäftsbetrieb wird fortgeführt, die Gehälter der 200 Beschäftigten sind zunächst durch das Insolvenzgeld abgesichert.

Eine Handelsidee mit ostdeutschen Wurzeln

Gegründet im Jahr 1993, verstand sich Groschen-Markt als Anbieter günstiger Haushaltswaren und Aktionsartikel in strukturschwächeren Regionen Ostdeutschlands. Zum Sortiment zählen Dekoration, Küchenartikel, Kleinmöbel, Partyzubehör, Elektro-Kleingeräte und Saisonartikel – meist zu sehr niedrigen Preisen und mit häufig wechselndem Angebot.

Doch das Geschäftsmodell geriet zunehmend unter Druck. Der Nonfood-Discountmarkt ist seit Jahren von Konsolidierung geprägt. Internationale Anbieter wie Action, Woolworth und Tedi bauen ihre Präsenz aggressiv aus. Ihre Vorteile: bessere Einkaufskonditionen, straffere Logistik und modernere Ladenkonzepte. Parallel drängen chinesische Plattformen wie Temu oder Shein mit extrem günstigen Preisen auf den deutschen Markt.

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Preisdruck, Onlinekonkurrenz und Kaufzurückhaltung

Neben der Konkurrenz setzen auch veränderte Konsumgewohnheiten dem Geschäftsmodell zu. Die anhaltende Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit führen dazu, dass Konsumenten ihre Ausgaben im Nonfood-Bereich reduzieren. Spontankäufe – lange ein wichtiger Umsatztreiber bei Groschen-Markt – gehen spürbar zurück.

In den vergangenen Wochen wurden bereits einzelne Filialen geschlossen. Offizielle Zahlen zur Umsatz- oder Ertragslage gibt es nicht. Insolvenzverwalter Spiekermann erklärte, es werde nun geprüft, ob sich tragfähige Sanierungsoptionen oder ein Verkauf von Teilen des Unternehmens realisieren lassen. Gespräche mit Vermietern, Lieferanten und potenziellen Investoren sollen zeitnah geführt werden.

Die Insolvenz steht exemplarisch für die Herausforderungen mittelgroßer, regional verankerter Handelsketten im preisorientierten Segment. Während große Player Skaleneffekte ausnutzen und Onlineplattformen mit Direktimporten punkten, geraten kleinere Händler zunehmend ins Hintertreffen. Ob Groschen-Markt überlebt, ist offen.

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