Die Verbraucherstimmung in Deutschland bleibt im Herbst 2026 angespannt. Nach dem deutlichen Rückgang im Vormonat stabilisiert sich das vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) und GfK ermittelte Konsumklima auf niedrigem Niveau.
Für November sinkt der Indikator leicht um 0,2 auf minus 30,8 Punkte. Im Vorjahresmonat hatte er noch bei minus 22,5 Punkten gelegen. Während sich die Konjunkturerwartungen verbessern, bleiben die Verbraucher bei größeren Anschaffungen zurückhaltend.
Konsumklima liegt deutlich unter Vorjahresniveau
Die aktuellen Ergebnisse zeigen eine anhaltende Diskrepanz zwischen wirtschaftlichen Erwartungen und persönlicher Finanzlage. Viele Verbraucher rechnen zwar mit einer Verbesserung der Konjunktur, sehen für ihren eigenen finanziellen Spielraum jedoch kaum Entlastung.
Besonders die Entwicklung der Einkommenserwartungen und die weiterhin schwache Anschaffungsneigung belasten die Stimmung. Auch zunehmende Inflationssorgen verhindern bislang eine nachhaltige Erholung des privaten Konsums.
Der Konsumklimaindikator bewegt sich damit weiterhin deutlich im negativen Bereich. Gegenüber Oktober 2025 beträgt der Rückstand 8,3 Punkte.
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Einkommenserwartungen bleiben unter Druck
Nach dem starken Einbruch im September verschlechtern sich die Einkommenserwartungen im Oktober nur noch geringfügig. Der entsprechende Indikator verliert 0,7 Punkte und erreicht minus 15,7 Zähler.
Eine spürbare Gegenbewegung bleibt allerdings aus. Anders als im Frühjahr, als ein Tankrabatt die Stimmung zeitweise verbesserte, zeigt die erneute Entlastungsmaßnahme bislang kaum Wirkung.
Die Verbraucher bleiben hinsichtlich ihrer künftigen Kaufkraft skeptisch. Höhere Lebenshaltungskosten und unsichere Einkommensaussichten erschweren eine optimistischere Einschätzung der eigenen finanziellen Situation.
Anschaffungsneigung fällt auf minus 11,9 Punkte
Die Bereitschaft zu größeren Käufen schwächt sich erneut ab. Der Indikator für die Anschaffungsneigung verliert etwas mehr als einen Punkt und liegt nun bei minus 11,9 Zählern.
Damit profitieren Handel und Konsumgüteranbieter bislang nicht von den verbesserten wirtschaftlichen Erwartungen. Viele Haushalte vermeiden weiterhin größere Ausgaben und bleiben bei ihren Konsumentscheidungen vorsichtig.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind steigende Preiserwartungen. Die Verbraucher rechnen wieder mit einer stärkeren Teuerung, was die Planung größerer Anschaffungen zusätzlich erschwert.
Inflation steigt im September auf 3,3 Prozent
Die Inflationsrate erreichte im September 2026 einen Wert von 3,3 Prozent. Damit lag die Teuerung so hoch wie zuletzt im Dezember 2023.
Insbesondere gestiegene Kraftstoffpreise trugen zu dieser Entwicklung bei. Der Preisindikator der Konsumklimastudie bewegt sich inzwischen wieder im positiven Bereich und signalisiert zunehmende Inflationserwartungen.
Die Aussicht auf weitere Preissteigerungen dürfte die Konsumzurückhaltung verstärken. Selbst bei einer verbesserten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bleibt die Kaufkraft für viele Haushalte ein entscheidender Faktor.
Sparneigung sinkt auf 17,2 Punkte
Ein positives Signal liefert die Entwicklung der Sparneigung. Nach dem deutlichen Anstieg im September geht der Indikator um 4,3 Punkte auf 17,2 Zähler zurück.
Trotz dieses Rückgangs bleibt die Bereitschaft zum Sparen vergleichsweise hoch. Die geringere Sparneigung verhindert jedoch eine stärkere Verschlechterung des gesamten Konsumklimas.
Eine unmittelbare Belebung der Kaufbereitschaft ist damit noch nicht verbunden. Die Verbraucher halten sich bei größeren Anschaffungen weiterhin zurück.
Konjunkturerwartungen steigen zum sechsten Mal
Deutlich freundlicher beurteilen die Verbraucher die allgemeinen wirtschaftlichen Perspektiven Deutschlands. Die Konjunkturerwartungen verbessern sich bereits zum sechsten Mal in Folge.
Der Indikator erreicht 2,1 Punkte und liegt damit erstmals seit Beginn des Irankriegs wieder über der Nulllinie. Dies deutet auf eine zunehmende Zuversicht hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung hin.
Die bessere Konjunkturstimmung überträgt sich bislang allerdings nicht auf die privaten Konsumentscheidungen. Die Diskrepanz zwischen gesamtwirtschaftlichem Optimismus und persönlichen Finanzsorgen bleibt bestehen.
Einzelhandel wartet weiter auf Konsumbelebung
Für den deutschen Einzelhandel liefern die Oktoberzahlen noch kein Signal für eine nachhaltige Erholung der Nachfrage. Die weiterhin negative Anschaffungsneigung spricht für eine vorsichtige Ausgabenplanung vieler Haushalte.
Nach Einschätzung des NIM verhindern insbesondere Inflationssorgen und schwache Einkommenserwartungen eine stärkere Konsumdynamik. Auch die rückläufige Sparneigung reicht derzeit nicht aus, um die Kaufbereitschaft spürbar zu verbessern.
Entscheidend für die kommenden Monate dürfte sein, ob sich die positiveren Konjunkturerwartungen in einer günstigeren Einschätzung der persönlichen Einkommensentwicklung niederschlagen.



