Der Multichannel-Optiker Mister Spex hat im ersten Quartal 2026 seine Profitabilität deutlich verbessert und gleichzeitig zentrale Maßnahmen für ein langfristig skalierbares Geschäftsmodell eingeleitet. Trotz eines rückläufigen Konzernumsatzes konnte der Berliner Optiker seine Margen steigern und das operative Ergebnis klar verbessern.
Der Nettoumsatz lag in den ersten drei Monaten des Jahres bei 40,7 Millionen Euro und damit neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Belastet wurde das Geschäft weiterhin durch eine schwache Konsumstimmung sowie eine geringere Nachfrage im Online-Segment. Gleichzeitig entwickelte sich das stationäre Geschäft deutlich positiv.
Store-Netzwerk wächst trotz schwacher Konsumlaune
Das Offline-Geschäft legte im ersten Quartal um elf Prozent zu. Auf vergleichbarer Fläche betrug das Wachstum sieben Prozent. Treiber waren unter anderem neue Filialen, die Integration übernommener Optikgeschäfte sowie eine höhere Profitabilität bestehender Standorte.
Nach Unternehmensangaben erreichen inzwischen 36 Stores den Break-even oder arbeiten profitabel. Dagegen ging das Online-Geschäft um 19 Prozent zurück. Mister Spex begründet dies mit einer bewussten Reduzierung von Rabattaktionen sowie der Schließung mehrerer unprofitabler internationaler Online-Shops.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Höhere Margen treiben Ergebnisverbesserung
Die Bruttomarge stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 230 Basispunkte auf 59 Prozent. Hintergrund ist insbesondere der höhere Anteil margenstarker Korrektionsbrillen am Gesamtumsatz. Zusätzlich setzte Mister Spex verstärkt auf Premiumgläser und baute sein Abo-Modell „Mister Spex Switch“ weiter aus.
Das Abonnement machte bereits 13 Prozent des Store-Umsatzes aus. Kunden mit Switch-Abo erzielten laut Unternehmen durchschnittlich deutlich höhere Warenkörbe als klassische Käufer.
Durch die verbesserte Margenstruktur und niedrigere Fixkosten erhöhte sich das bereinigte EBITDA um 88 Prozent auf 1,3 Millionen Euro.
Mister Spex baut technologisches Operating Model aus
Parallel zur operativen Verbesserung arbeitet Mister Spex an einem umfassenden Umbau seines Geschäftsmodells. Das Unternehmen definiert dafür vier zentrale Treiber: eine einheitliche Technologieplattform, den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz, höhere Prozesseffizienz sowie eine stärkere Ausrichtung auf margenstarke Umsätze.
Kernstück ist die Umstellung auf eine integrierte Salesforce-Plattform, die verschiedene bisherige Systeme zusammenführen soll. Auf dieser Basis plant Mister Spex künftig verstärkt KI-gestützte Automatisierung und personalisierte Prozesse einzusetzen.
CEO Tobias Krauss sieht das Unternehmen bereits frühzeitig auf die Veränderungen im Optikmarkt vorbereitet. Mit dem Omnichannel-Modell sowie zusätzlichen Services wie Abonnements und Augengesundheits-Checks wolle sich Mister Spex langfristig als moderner Optiker positionieren.
Prognose für 2026 bestätigt
Für das Gesamtjahr hält Mister Spex an seiner bisherigen Prognose fest. Das Unternehmen erwartet eine Umsatzentwicklung zwischen stabil und minus zehn Prozent sowie eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen Break-even und einem mittleren einstelligen Prozentbereich.
Trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten rechnet Mister Spex mit steigenden durchschnittlichen Bestellwerten. Dazu beitragen sollen insbesondere Premiumprodukte, Korrektionsbrillen und das weitere Wachstum des Abo-Geschäfts.




