OTTO hat im Geschäftsjahr 2025/26 seinen Wachstumskurs fortgesetzt und den Plattformumsatz (GMV) eigenen Angaben nach auf rund 7,5 Milliarden Euro gesteigert. Damit wächst das Unternehmen, das nach Amazon der umsatzzweitstärkste Online-Shop in Deutschland ist, schneller als der deutsche Onlinehandel insgesamt und treibt gleichzeitig den strategischen Umbau hin zur Plattform konsequent voran.
Marktplatz gewinnt deutlich an Gewicht
Besonders dynamisch entwickelte sich das Marktplatzgeschäft, das um 9 Prozent zulegte und inzwischen rund 40 Prozent des Gesamtvolumens ausmacht. Mit rund 6.100 Partnern und einem stetig wachsenden Sortiment wird der Marktplatz zunehmend zur zentralen Säule des Geschäftsmodells.
Das klassische Handelsgeschäft wuchs dagegen moderater um 3 Prozent.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Wachstum über Marktniveau
Mit einem Plus von 6 Prozent beim GMV übertraf OTTO die Entwicklung des Gesamtmarktes deutlich. Der deutsche E-Commerce legte im gleichen Zeitraum nur um etwa 3 Prozent zu.
Auch die Zahl der aktiven Kundinnen und Kunden stieg um 4 Prozent auf 12,6 Millionen.
Retail Media als dynamischer Wachstumstreiber
Besonders stark entwickelte sich das Werbegeschäft: OTTO Advertising wuchs um 49 Prozent und gehört damit zu den am schnellsten wachsenden Bereichen innerhalb der Plattform.
Damit etabliert sich Retail Media zunehmend als zusätzliche Erlössäule neben Handel und Marktplatz.
KI verändert das Einkaufserlebnis
Ein zentraler Fokus liegt auf dem Einsatz Künstlicher Intelligenz. OTTO setzt verstärkt auf personalisierte Einkaufserlebnisse, automatisierte Produktempfehlungen und digitale Beratung.
Ein neu eingeführter KI-Assistent soll Kunden künftig ähnlich wie im stationären Handel beraten und bei der Produktauswahl unterstützen.
Ausbau von Sortiment und Internationalisierung
Parallel erweitert OTTO sein Sortiment kontinuierlich und erschließt neue Kategorien. Gleichzeitig öffnet sich der Marktplatz schrittweise für internationale Händler.
Partner aus mehreren europäischen Ländern sollen in den kommenden Jahren auf die Plattform integriert werden, um das Angebot weiter zu skalieren.
Logistik als Wettbewerbsfaktor
Auch in der Logistik investiert das Unternehmen gezielt. Schnellere Lieferzeiten und verbesserte Serviceleistungen tragen zur steigenden Kundenzufriedenheit bei.
Ein wachsender Anteil der Bestellungen soll künftig bereits am nächsten Tag ausgeliefert werden.
Strategische Ziele bis 2028
OTTO verfolgt ambitionierte Wachstumsziele und strebt bis 2028 einen Umsatz von 10 Milliarden Euro an, wie der neue CEO Boris Ewenstein unterstreicht. Grundlage dafür ist die weitere Skalierung der drei Kernbereiche Handel, Marktplatz und Services.
Kostendisziplin trotz Wachstum
Trotz positiver Entwicklung setzt das Unternehmen auf strukturelle Anpassungen. Bis 2027/28 soll die Kostenbasis deutlich gesenkt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Dazu gehört auch ein geplanter Stellenabbau, der sozialverträglich umgesetzt werden soll.
Ausblick: Plattformstrategie im Fokus
Die aktuellen Zahlen zeigen klar, dass OTTO seinen Wandel vom Händler zur Plattform weiter vorantreibt. Marktplatz, Retail Media und KI bilden dabei die zentralen Wachstumstreiber. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie erfolgreich sich dieses Modell im zunehmend intensiven Wettbewerb behaupten kann.


