Physical AI entwickelt sich zunehmend zur Schlüsseltechnologie für die nächste Generation der Robotik. Eine aktuelle Studie von Capgemini zeigt, dass Unternehmen weltweit in der Verbindung von künstlicher Intelligenz und physischen Systemen einen grundlegenden Wandel sehen – weg von starrer Automatisierung hin zu flexibel agierenden, autonomen Maschinen.
Breite Zustimmung in der Wirtschaft
Rund 60 Prozent der Unternehmen sind überzeugt, dass Physical AI neue Einsatzfelder erschließt, die bislang als unwirtschaftlich oder technisch nicht realisierbar galten. Dazu zählen etwa gefährliche Tätigkeiten, komplexe Logistikprozesse oder Anwendungen im Pflegebereich.
Bereits 79 Prozent der Unternehmen beschäftigen sich aktiv mit der Technologie, während mehr als ein Viertel entsprechende Lösungen bereits implementiert oder skaliert hat. Besonders groß ist das Interesse in technologiegetriebenen Branchen, aber auch Logistik und Landwirtschaft sehen erhebliches Potenzial.
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Vom Pilotprojekt zur Skalierung
Physical AI befindet sich an einem entscheidenden Übergang: Fortschritte bei KI-Modellen, Simulationstechnologien und Rechenleistung ermöglichen zunehmend den Einsatz im industriellen Maßstab. Virtuelle Trainingsumgebungen beschleunigen die Entwicklung, während reale Einsatzdaten die Systeme kontinuierlich verbessern.
Diese Kombination aus Lernen, Simulation und Anwendung schafft die Grundlage für skalierbare Robotiklösungen, die sich flexibel an unterschiedliche Einsatzbedingungen anpassen können.
Treiber: Fachkräftemangel und Effizienzdruck
Ein wesentlicher Investitionsgrund liegt im Mangel an Arbeitskräften, der in vielen Branchen stärker ins Gewicht fällt als reine Kostenerwägungen. Unternehmen setzen Physical AI gezielt ein, um Engpässe zu kompensieren und gleichzeitig Produktivität sowie Flexibilität zu steigern.
Besonders gefragt sind autonome mobile Roboter, robotische Arme und kollaborative Systeme, die eng mit Menschen zusammenarbeiten. Diese Technologien gelten als kurzfristig am wachstumsstärksten.
Impuls für Reindustrialisierung
Physical AI gewinnt auch im Kontext von Reindustrialisierung und Rückverlagerung von Produktion an Bedeutung. Über 40 Prozent der Führungskräfte sehen darin eine zentrale Unterstützung für den Aufbau skalierbarer Fertigungskapazitäten im eigenen Land.
Zudem ermöglicht die Technologie eine höhere Anpassungsfähigkeit von Produktionssystemen. Unternehmen können Prozesse schneller umstellen und effizienter auf Marktveränderungen reagieren als mit klassischer Automatisierung.
Herausforderungen bleiben bestehen
Trotz des Optimismus steht die breite Einführung noch vor Hürden. Die Skalierung gilt für viele Unternehmen als größte Herausforderung. Nur ein kleiner Teil nutzt Physical AI bislang im großen Maßstab.
Auch humanoide Roboter werden zwar intensiv diskutiert, gelten jedoch aufgrund technischer Reife, hoher Kosten und unklarer Wirtschaftlichkeit eher als langfristige Perspektive. Hinzu kommen Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz.
Dennoch erwarten viele Unternehmen, dass Physical AI innerhalb der kommenden fünf Jahre den Durchbruch schafft und sich von Pilotprojekten zur flächendeckenden Anwendung entwickelt. Die Technologie dürfte damit zu einem zentralen Baustein der industriellen Transformation werden.


