Künstliche Intelligenz entwickelt sich 2026 von einer einzelnen Technologie zu einer grundlegenden Ebene der digitalen Wirtschaft. Das zeigt der aktuelle „State of AI 2026“-Report von Sensor Tower. Demnach beeinflusst KI inzwischen Wettbewerb, Konsumverhalten, Werbung und digitale Geschäftsmodelle gleichermaßen. Während neue Anbieter den Markt für KI-Assistenten herausfordern, verändert KI zugleich Einkaufsprozesse und etabliert sich als eigenständiger Kanal für Produktempfehlungen und Werbeanzeigen.
Konkurrenzdruck im Markt für KI-Assistenten steigt
Trotz wachsender Konkurrenz bleibt ChatGPT der dominierende Akteur im Markt für KI-Assistenten. Im Mai 2026 erreichte die Plattform laut Sensor Tower als schnellste mobile Anwendung überhaupt die Marke von einer Milliarde monatlich aktiven Nutzern. Dennoch verändert sich die Wettbewerbslandschaft zunehmend.
Gemeinsam vereinen ChatGPT, Google Gemini und DeepSeek den Großteil der Nutzungszeit auf sich. Gleichzeitig gewinnen alternative Anbieter an Reichweite. Besonders Google Gemini profitiert von seiner tiefen Integration in das Android-Ökosystem und verschiedene Google-Dienste. Auch Claude verzeichnet ein starkes Wachstum und konnte seine Nutzerbasis innerhalb eines Jahres deutlich ausbauen. Insgesamt zeichnet sich damit eine Entwicklung von einem stark konzentrierten Markt hin zu einem intensiveren Wettbewerb zwischen mehreren großen Plattformen ab.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
KI verändert Produktsuche und Kaufentscheidungen
Immer häufiger beeinflussen KI-Systeme die Art und Weise, wie Verbraucher Produkte entdecken und bewerten. Vor allem in informationsintensiven Kategorien wie Elektronik, Wohnen oder Mode steigt der Anteil von Besuchern, die über generative KI-Anwendungen auf Handelsplattformen gelangen.
Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Händlern. Unternehmen, die ihre Systeme stärker für KI-Assistenten öffnen oder entsprechende Integrationen anbieten, profitieren überdurchschnittlich von diesem neuen Besucherstrom. Parallel dazu gewinnen sogenannte agentische Einkaufssysteme an Bedeutung. Digitale Einkaufshelfer unterstützen Kunden nicht nur bei der Recherche, sondern begleiten zunehmend den gesamten Kaufprozess. Erste Anwendungen zeigen bereits höhere Conversionraten, längere Interaktionszeiten und steigende Warenkorbwerte.
KI wird zur neuen Plattform für Werbung und Produktempfehlungen
Mit der steigenden Nutzung von KI-Anwendungen entstehen neue Möglichkeiten für Werbetreibende. KI-gestützte Plattformen entwickeln sich zunehmend zu eigenständigen Umfeldern für Produktempfehlungen, Markenkommunikation und Performance-Marketing.
Besonders Unternehmen aus den Bereichen Handel, Software, Reisen und Finanzdienstleistungen zählen zu den frühen Werbekunden. Gleichzeitig investieren die Anbieter von KI-Technologien selbst massiv in Marketingmaßnahmen. Der Wettbewerb um Nutzer und Marktanteile führt zu deutlich steigenden Werbeausgaben innerhalb der Branche. Darüber hinaus verbreiten sich KI-Funktionen immer stärker in klassischen Apps, sodass künstliche Intelligenz zunehmend als Standardmerkmal digitaler Produkte wahrgenommen wird.
Vom Trend zur strukturellen Integration
Die Ergebnisse des Reports verdeutlichen einen grundlegenden Wandel. KI entwickelt sich von einer eigenständigen Produktkategorie zu einer Infrastruktur, die zahlreiche digitale Prozesse durchdringt. Im Markt für Assistenten steigt der Wettbewerb, im Handel verändert KI Produktsuche und Kaufverhalten, während sie im Werbemarkt gleichzeitig Kanal und Werbebotschaft wird.
Hinzu kommt die wachsende Verbreitung von KI-Funktionen in unterschiedlichsten Branchen – von Finanzanwendungen über Bildung bis hin zu Gesundheits- und Serviceangeboten. Damit markiert das Jahr 2026 für viele Unternehmen den Übergang von ersten Experimenten hin zur umfassenden Integration künstlicher Intelligenz in Geschäftsmodelle, Produkte und Kundeninteraktionen.





