Manche Experten haben in 2025 der chinesischen E-Commerce Plattform Temu wenig zugetraut, doch neueste Zahlen sorgen nun für einen großen Aha-Effekt: Temu hat sich im Jahr 2025 an die Spitze des weltweiten grenzüberschreitenden E-Commerce gesetzt – gleichauf mit Amazon. Innerhalb von nur drei Jahren wuchs der Marktanteil des chinesischen Anbieters laut einem Report der International Post Corporation (IPC) von unter einem Prozent auf 24 Prozent. Der US-Riese Amazon verlor dagegen leicht an Boden und kam 2025 ebenfalls auf 24 Prozent, nach 25 Prozent im Vorjahr.
Temu gehört zur chinesischen PDD Holdings, dem Mutterkonzern von Pinduoduo. Seit dem Start 2022 setzte die Plattform auf aggressive Expansion, günstige Preise und massive Werbung, etwa durch Super-Bowl-Spots in den USA unter dem Motto „Shop Like a Billionaire“. Der Erfolg stellte sich schnell ein: Bereits 2024 übertraf die Zahl der monatlich aktiven Nutzer jene von Amazon – laut Daten der Investmentfirma Bernstein Research.
Starker Rückgang bei eBay, Stagnation bei Shein
Während Temu rasant zulegte, verloren andere Plattformen an Relevanz. Besonders deutlich zeigte sich der Rückgang bei eBay: Der US-Marktplatz büßte seit 2018 zwei Drittel seines Anteils ein und kam 2025 nur noch auf 5 Prozent. 2018 waren es noch 17 Prozent. AliExpress, Teil der Alibaba Group, fiel von 12 Prozent im Jahr 2023 auf 8 Prozent. Stabil hielt sich hingegen Shein mit 9 Prozent.
Die Zahlen stammen aus einer groß angelegten Erhebung der IPC, einem Verbund von 26 nationalen Postgesellschaften, zu dem auch DHL gehört. Befragt wurden im September 2025 insgesamt 30.970 Konsumenten aus 37 Ländern, darunter die USA, Frankreich und Australien.
Amazon unaufhaltsam
Politischer Gegenwind in Europa und den USA
Die Erfolge chinesischer Plattformen wie Temu oder Shein stoßen zunehmend auf regulatorischen Widerstand. In den USA wurde im vergangenen Jahr die Zollfreigrenze von 800 US-Dollar für Importe gestrichen. In der EU tritt ab Juli 2026 eine neue Regelung in Kraft, wonach auf alle Kleinsendungen unter 150 Euro aus Nicht-EU-Ländern pauschal 3 Euro erhoben werden.


