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Nach Durchsuchung: Temu stoppt Importe in die Türkei

Temu Logo auf einem Smartphone
Foto: Depositphotos

Key takeaways

Temu hat alle internationalen Verkäufe in der Türkei gestoppt und zeigt nur noch lokale Produkte an. Der Schritt folgt einer behördlichen Inspektion in Istanbul und verstärktem Regulierungsdruck auf chinesische E-Commerce-Anbieter.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Chinesische E-Commerce-Plattform Temu hat ihre internationalen Warenverkäufe in der Türkei abrupt eingestellt. Seitdem können Nutzer in der Türkei über App und Website nur noch Produkte lokaler Händler mit Inlandsversand bestellen, wie Türkiye Today berichtet. Internationale Warenangebote wurden vollständig entfernt – ein drastischer Strategiewechsel für den Konzern, der zuvor mit Importen zu Kampfpreisen geworben hatte.

Regulierungsdruck nach Vor-Ort-Prüfung

Der Schritt folgt einer Durchsuchung durch die türkische Wettbewerbsbehörde am 21. Januar in Temus Istanbuler Büro. Zwar betonten die Behörden, dass es sich nicht um eine formale Untersuchung handle, doch deutet das zeitliche Zusammenfallen auf Anpassungen im Geschäftsmodell zur Einhaltung regulatorischer Anforderungen hin. Temu bestätigte die Kontrolle gegenüber Reuters und kündigte volle Kooperationsbereitschaft an. Berichte über die Beschlagnahmung von Geräten wies das Unternehmen zurück – ebenso wie die Behörde selbst.

Ob das neue Modell mit ausschließlich lokalen Verkäufern dauerhaft bleibt oder nur eine Übergangslösung darstellt, ließ Temu offen. Für viele Verbraucher, die die Plattform wegen günstiger Direktimporte aus China nutzten, bedeutet die Umstellung eine erhebliche Einschränkung.

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Hintergrund: Zollregeln und lokale Anforderungen

Seit Monaten steht Temu – wie andere chinesische Plattformen – in der Türkei unter wachsendem Druck. Anfang Januar kündigte das Handelsministerium an, ab dem 1. Februar die vereinfachte Zollabfertigung für Sendungen unter 30 Euro abzuschaffen. Hintergrund waren unter anderem Sicherheitsbedenken: In Tests wurden krebserregende Stoffe in Importwaren nachgewiesen.

Bereits im Oktober 2025 waren bestimmte Risikoprodukte wie Spielzeug, Schuhe und Lederwaren aus dem vereinfachten Verfahren ausgeschlossen worden. Türkische Industrieverbände hatten diese Maßnahmen unterstützt und argumentiert, Dumpingpreise aus China würden den heimischen Handel massiv schädigen.

Temu hatte im Juni 2025 ein eigenes Büro in der Türkei eröffnet, um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen. Bereits zuvor hatte die Plattform begonnen, türkischen Händlern Listungen zu ermöglichen – nun ist dieses Angebot zum Kerngeschäft geworden. Ob und wann internationale Angebote zurückkehren, bleibt unklar.

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