Uber leitet einen umfassenden Konzernumbau ein und will weltweit rund 3.300 Arbeitsplätze streichen. Gemessen an zuletzt etwa 34.000 Beschäftigten entspricht das knapp zehn Prozent der Belegschaft. Gleichzeitig soll die Zahl der Managementpositionen um rund 20 Prozent sinken, wie das Mobility-Konzern heute mitteilt.
Der Stellenabbau erfolgt nicht vor dem Hintergrund einer akuten Geschäftskrise. Uber wächst weiterhin zweistellig und erwirtschaftet Milliardenbeträge. Ziel der Restrukturierung ist vielmehr eine schlankere Organisation mit weniger Hierarchieebenen, größeren Teams und kürzeren Entscheidungswegen.
Stellenabbau trotz steigender Umsätze
Im zweiten Quartal 2026 erhöhte Uber seinen Umsatz um zwölf Prozent auf 14,2 Milliarden US-Dollar. Die Bruttobuchungen stiegen um 24 Prozent auf 58 Milliarden Dollar, während die Zahl der über die Plattform abgewickelten Fahrten und Transaktionen um 18 Prozent auf 3,9 Milliarden zunahm.
Auch die Profitabilität verbesserte sich. Das operative Ergebnis nach US-GAAP erreichte 1,9 Milliarden Dollar und lag damit 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Der freie Cashflow der zurückliegenden zwölf Monate überschritt erstmals zehn Milliarden Dollar.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Management und kleine Teams werden reduziert
Besonders stark greift Uber in seine Führungsstruktur ein. Die Zahl der Manager soll um etwa ein Fünftel sinken, wobei ein Teil der bisherigen Führungskräfte künftig ohne Personalverantwortung weiterarbeiten soll. Zudem will der Konzern zahlreiche Teams mit lediglich ein oder zwei Mitgliedern auflösen oder zusammenführen.
Parallel sollen Beschäftigte stärker an größeren Standorten gebündelt werden. Vollständige Remote-Arbeit soll künftig nur noch für einen kleinen Teil der Belegschaft vorgesehen sein, während das Hybridmodell mit drei Bürotagen grundsätzlich bestehen bleibt.
Robotaxis gewinnen strategisch an Bedeutung
Der Umbau fällt in eine Phase, in der Uber seine Position im Markt für autonome Mobilität ausbaut. Dabei setzt der Konzern auf Partnerschaften und will autonome Fahrzeuge verschiedener Anbieter über seine bestehende Plattform an Kunden vermitteln.
Gemeinsam mit Pony.ai und Verne hat Uber im August 2026 autonome Fahrten über seine App in Zagreb gestartet. Mit Pony.ai ist darüber hinaus der Einsatz von mehr als 2.000 Robotaxis in Europa vorgesehen. Uber könnte damit seine Kundenbasis und Vermittlungsinfrastruktur nutzen, ohne sämtliche Technologien für autonomes Fahren selbst entwickeln zu müssen.
Delivery-Hero-Deal würde Plattform vergrößern
Gleichzeitig verfolgt Uber die geplante Übernahme von Delivery Hero. Im Juli wurde ein Barangebot von 41,50 Euro je Aktie vereinbart, das Delivery Hero mit einem Eigenkapitalwert von rund 13 Milliarden Euro bewertet.
Die Transaktion ist noch nicht abgeschlossen und steht unter anderem unter regulatorischen Vorbehalten sowie einer Mindestannahmeschwelle. Nach bisheriger Planung soll der Vollzug in der zweiten Jahreshälfte 2027 erfolgen. Damit könnte die internationale und organisatorische Komplexität des Uber-Konzerns nochmals erheblich steigen.
Umbau soll Ressourcen für Wachstum freisetzen
Die Restrukturierung verbindet damit Kostendisziplin mit einer strategischen Neuordnung. Uber reduziert interne Hierarchie und kleinteilige Strukturen, während das Unternehmen gleichzeitig in autonome Mobilität investiert und sein Liefergeschäft ausbauen will.
Der Stellenabbau zeigt zugleich, dass kräftiges Wachstum und hohe Cashflows Beschäftigte bei großen Technologieunternehmen nicht vor Restrukturierungen schützen. Für Uber wird entscheidend sein, ob die schlankere Organisation tatsächlich schnellere Entscheidungen ermöglicht und ausreichend Ressourcen für die nächste Entwicklungsphase des Plattformgeschäfts freisetzt.






