Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das Luxusunternehmen Tod’s sowie drei seiner Führungskräfte wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Arbeitsrechte. Die Ermittler werfen dem Modehaus vor, von Missständen bei Zulieferbetrieben gewusst und nicht ausreichend dagegen vorgegangen zu sein. Als Konsequenz fordern die Behörden ein zeitlich begrenztes Werbeverbot, wie Reuters berichtet.
Modebranche unter Druck
Die Affäre um Tod’s, die im Oktober bekannt geworden ist, ist insofern bemerkenswert, als sie den ersten Fall darstellt, bei dem ein italienisches Luxuslabel und dessen Management strafrechtlich für Arbeitsausbeutung bei externen Werkstätten belangt werden könnten. Bislang standen in ähnlichen Fällen vor allem chinesisch geführte Produktionsbetriebe im Fokus, während Markenunternehmen eher indirekt über gerichtliche Aufsicht betroffen waren.
Laut der Staatsanwaltschaft in Mailand habe Tod’s trotz wiederholter Hinweise aus internen Prüfungen jahrelang keine ausreichenden Maßnahmen gegen rechtswidrige Arbeitsbedingungen in ausgelagerten Werkstätten ergriffen. Die Ermittler werten dies als bewusste Duldung.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Sechsmonatiges Werbeverbot beantragt
Als Sanktion fordern die Behörden ein sechsmonatiges Werbeverbot für Produkte, die in den betroffenen Betrieben gefertigt wurden. In welchem Umfang diese Werkstätten an der Gesamtproduktion von Tod’s beteiligt sind, ist derzeit unklar. Ein Gerichtstermin zur Prüfung des Antrags ist für den 3. Dezember anberaumt. Dabei sollen Vertreter des Unternehmens angehört oder schriftlich Stellungnahmen eingereicht werden.
Tod’s selbst hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Gründer Diego Della Valle hatte bereits im vergangenen Monat auf erste Berichte reagiert und gewarnt, die laufenden Ermittlungen könnten dem Ansehen der Marke „Made in Italy“ schaden.




