Der niederländische Premium-Warenhausbetreiber De Bijenkorf kündigt eine umfassende Reorganisation an. Das zum britischen Luxuskonzern Selfridges gehörende Unternehmen will seine internen Abläufe effizienter gestalten, Hierarchien abbauen und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit stärken. Damit reagiert De Bijenkorf auf die veränderten Rahmenbedingungen im Einzelhandel und stellt die Weichen für weiteres Wachstum.
Stellenabbau in Zentrale und Filialen
Konkret wird es laut RetailDetail zu einem Stellenabbau kommen – sowohl in der Unternehmenszentrale als auch in den Filialen. Genaue Zahlen will das Management im Laufe der Woche kommunizieren. In einer ersten Stellungnahme spricht das Unternehmen von einer „strukturellen Anpassung“, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der Schritt ist Teil eines größeren Transformationsprozesses, der bereits 2023 begann. Damals hatte De Bijenkorf rund 116 Vollzeitstellen gestrichen – ebenfalls verteilt auf Verwaltung und Verkaufsflächen.
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Neuer CEO setzt klare strategische Akzente
Die aktuellen Maßnahmen tragen die Handschrift des neuen CEOs Sean Hill. Der Manager übernahm 2023 die Führung des Traditionsunternehmens und verfolgt seither einen klaren Kurs: Im Zentrum stehen lokale Relevanz, ein starkes Markenerlebnis sowie der Fokus auf Kundenerwartungen im Premiumsegment.
Bereits in den ersten Monaten seiner Amtszeit leitete Hill weitreichende Veränderungen ein – darunter die Schließung der firmeneigenen Bäckerei. Der gebürtige Brite bringt umfassende Erfahrung aus dem Luxussegment mit. Zuletzt war er beim Berliner Kaufhaus KaDeWe tätig, wo er insbesondere für die Neuausrichtung des Gourmetbereichs verantwortlich war.
Druck auf Luxuswarenhäuser wächst
Die Neustrukturierung bei De Bijenkorf ist Ausdruck eines grundlegenden Wandels, der derzeit viele europäische Warenhausbetreiber betrifft. Steigende Kosten, digitale Disruption und verändertes Konsumverhalten stellen selbst etablierte Adressen vor große Herausforderungen.
Für De Bijenkorf bedeutet die Transformation mehr als nur eine organisatorische Anpassung: Es geht um die Positionierung zwischen Tradition und Moderne, Effizienz und Erlebnis. In einem wettbewerbsintensiven Umfeld soll die Marke so zukunftsfähig aufgestellt werden, ohne ihren Premiumanspruch zu verlieren.


