Das Jahr 2026 beginnt für den Einzelhandel mit erheblichen Herausforderungen: Steigende Kosten, eine schwache Konsumlaune und eine insgesamt fragile Wirtschaftslage prägen den Start. Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor zunehmender Unsicherheit in der Branche und fordert von der Bundesregierung entschlossene Reformmaßnahmen, um Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen zu entlasten.
HDE fordert klare wirtschaftspolitische Signale
HDE-Präsident Alexander von Preen appelliert an die Bundesregierung, ihre bereits angekündigten Vorhaben nun zügig umzusetzen. Der Handel brauche spürbare Verbesserungen, etwa durch weniger Bürokratie und gezielte Entlastungen. Nach dem Regierungswechsel sei die anfängliche Aufbruchsstimmung schnell verflogen. „Der Einzelhandel erwartet endlich überzeugende Antworten auf die wirtschaftlichen Herausforderungen“, so von Preen. Insbesondere der Abbau von Bürokratie müsse oberste Priorität haben, um den Betrieben wieder mehr Freiräume zu geben.
Ein konkreter Vorschlag des HDE betrifft das Entgelttransparenzgesetz. Unternehmen mit Tarifbindung sollten laut Verband von aufwendigen Dokumentationspflichten ausgenommen werden – ein Schritt, der sowohl die Tarifbindung stärken als auch den administrativen Aufwand reduzieren könnte.
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Verbraucherstimmung bleibt Sorgenkind
Auch die schwache Verbraucherstimmung bereitet dem Einzelhandel Sorge. Bereits das Jahr 2025 sei aus Sicht des HDE „verloren“ gewesen, da sich die Konsumlaune nicht erholt habe. Ohne ein Umsteuern der Politik sei kaum mit einer Trendwende zu rechnen. Die Bundesregierung müsse jetzt für Zuversicht bei Unternehmen und Haushalten sorgen und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Nur so könne das Vertrauen gestärkt und die Wirtschaft in Schwung gebracht werden.
Die Forderung nach einem „Jahr der Reformen“ ist aus Sicht des Handels längst überfällig. Bleiben strukturelle Änderungen weiter aus, droht sich die Krise im stationären Einzelhandel zu verschärfen.



