Redcare Pharmacy hat 2025 seine vorläufigen Zahlen bestätigt, ein starkes Wachstumsjahr erlebt und sowohl Umsatz als auch Profitabilität kräftig gesteigert. Der Konzernumsatz kletterte laut Jahresbericht um 24 % auf 2,9 Mrd. Euro – maßgeblich getragen vom boomenden Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Der Rx-Anteil überstieg erstmals die Marke von 1 Mrd. Euro, nachdem sich der Umsatz in Deutschland nahezu verdoppelt hatte. Parallel verbesserte sich die Ertragslage deutlich: Das bereinigte EBITDA wuchs um 72 % auf 57 Mio. Euro, die Marge erreichte 2,0 %.
Rx-Geschäft als Wachstumstreiber
Die dynamische Entwicklung im rezeptpflichtigen Segment schlägt sich direkt im Konzernmix nieder: Mit 36,4 % am Gesamtumsatz spielt Rx eine immer zentralere Rolle. Die Non-Rx-Erlöse lagen mit 1,9 Mrd. Euro ebenfalls über Vorjahr, wuchsen jedoch moderater. Im Schlussquartal wirkte sich ein reduzierter Marketingeinsatz dämpfend auf das Wachstum im frei verkäuflichen Bereich aus.
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Verbesserte Profitabilität dank Skaleneffekten
Das bereinigte Bruttoergebnis stieg auf 664 Mio. Euro, während die Kostenquoten weiter zurückgingen: Vertrieb auf 18,0 %, Verwaltung auf 2,7 %. Positive Skaleneffekte überwogen die margenschwächere Struktur des Rx-Geschäfts. Das EBIT verbesserte sich deutlich, blieb aber noch negativ. Der Nettoverlust verringerte sich auf –39 Mio. Euro. Gleichzeitig legte der operative Cashflow auf 31 Mio. Euro zu.
Kundenzahl und Warenkörbe steigen weiter
Die aktive Kundenbasis wuchs um 11 % auf 13,9 Mio. Menschen. Der durchschnittliche Warenkorb erhöhte sich auf 65,98 Euro – ein Plus von fünf Euro. Die Kundenloyalität blieb auf hohem Niveau: Der Net Promoter Score erreichte im Jahresdurchschnitt 68, zum Jahresende sogar über 70.
Entwicklung in DACH und international
Im Kernmarkt DACH erzielte Redcare 2,4 Mrd. Euro Umsatz und damit 82 % des Gesamtvolumens. Insbesondere das deutsche Rx-Geschäft wuchs stark. Die internationalen Märkte legten um knapp 24 % auf 540 Mio. Euro zu und verbesserten ihr Margenprofil deutlich – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Profitabilität des Segments.
Investitionen stärken Skalierbarkeit
2025 und 2026 sind laut Unternehmen Spitzenjahre bei Investitionen. Mit 118 Mio. Euro flossen erhebliche Mittel in Automatisierung und Logistikkapazitäten. Nach Abschluss der Ausbauphase soll die Investitionsquote wieder auf etwa 2 % sinken.
Ausblick 2026: Weiteres zweistelliges Wachstum erwartet
Für 2026 prognostiziert Redcare Pharmacy ein Umsatzwachstum von 13 bis 15 %. Das Rx-Geschäft in Deutschland soll über 670 Mio. Euro erreichen. Die Non-Rx-Erlöse werden voraussichtlich um 8 bis 10 % steigen. Die bereinigte EBITDA-Marge soll mindestens 2,5 % betragen – mittelfristig strebt das Unternehmen 5 %, langfristig sogar 8 % an. CFO Hendrik Krampe sieht das Unternehmen auf einem klaren Effizienz- und Profitabilitätspfad, unter anderem durch sinkende Fulfillment-Kosten und margenstarke Geschäftsmodelle wie Retail Media und Marketplace.


