Amazon hat laut einem Bericht der New York Times offenbar überraschend ein Last-Minute-Angebot zur Übernahme von TikTok abgegeben – nur wenige Tage vor der entscheidenden Frist am 5. April, an der die App entweder verkauft oder in den USA verboten werden könnte. Zwar wird laut US-Medienberichten Amazons spätes Gebot offenbar nicht ernsthaft als realistische Option betrachtet, doch die Liste der Interessenten für das US-Geschäft von TikTok wird damit immer länger.
Hintergrund: Politischer und wirtschaftlicher Druck wächst
Seit Jahren steht TikTok, das dem chinesischen Unternehmen ByteDance gehört, wegen Datenschutzbedenken unter Druck. Nach einer Reihe gesetzgeberischer Maßnahmen und Gerichtsurteile hatte Präsident Joe Biden im April 2024 ein Gesetz unterzeichnet, das TikTok zum Verkauf zwingt. Die Trump-Regierung setzte diese Linie im Januar 2025 fort und verlängerte das Ultimatum um 75 Tage bis zum 5. April. Ex-Präsident Donald Trump will dabei laut mehreren Aussagen in den letzten Wochen ein 50:50-Eigentumsmodell zwischen ByteDance und einem US-Partner durchsetzen.
Amazon unaufhaltsam
Zahlreiche Interessenten buhlen um TikToks US-Geschäft
Neben Amazon haben sich die lettzten Wochen mehrere prominente Bietergruppen und Unternehmen formiert. Eine besonders auffällige Initiative ist „The People’s Bid“, angeführt von Immobilieninvestor Frank McCourt. Unterstützt wird diese Gruppe unter anderem von Reddit-Mitgründer Alexis Ohanian, World-Wide-Web-Erfinder Tim Berners-Lee sowie dem bekannten Investor Kevin O’Leary. Ziel ist eine offenere Datenstruktur mit Nutzerkontrolle.
Ein weiteres Konsortium rund um Employer.com-CEO Jesse Tinsley hat laut Bloomberg ein Angebot über 30 Milliarden US-Dollar (rund 28 Milliarden Euro) abgegeben. Mit an Bord sind unter anderem Roblox-Mitgründer David Baszucki, Anchorage-Digital-CEO Nathan McCauley und YouTuber MrBeast.
Auch etablierte Namen aus früheren Übernahmespekulationen sind wieder im Gespräch: Oracle, Microsoft, Walmart und sogar der frühere US-Finanzminister Steven Mnuchin sollen laut Techcrunch erneut Interesse bekundet haben. Zudem haben sich Unternehmen wie Rumble, Perplexity AI und Ex-Activision-CEO Bobby Kotick in die Diskussion eingeschaltet.
Entscheidung naht – doch viele Fragen bleiben offen
Am 5. April läuft die Frist ab, die Trump per Executive Order gesetzt hat. Trump selbst hatte noch letzte Woche gegegenüber US-Medien einen Abschluss bis zum heutigen Mittwoch im Aussicht gestellt.
Aktuell wird in den USA spekuliert, dass ein Konsortium unter Führung von Oracle mit Beteiligung des bekannten Venture Capital Unternehmens Andreessen Horowitz das Rennen machen könnte.


