Der US-Zahlungsdienstleister Visa hat das Geschäftsjahr 2026 mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg abgeschlossen. Die Nettoerlöse erhöhten sich um 15 Prozent auf 45,9 Milliarden US-Dollar, während der Nettogewinn um 17 Prozent auf 23,5 Milliarden Dollar stieg.
Auch im vierten Geschäftsquartal bis Ende September setzte sich das Wachstum fort. Visa profitierte insbesondere von steigenden Zahlungsvolumina, mehr grenzüberschreitenden Transaktionen und der zunehmenden Nutzung digitaler Zahlungsmöglichkeiten.
Visa erzielt 12,1 Milliarden Dollar Quartalsumsatz
Im vierten Geschäftsquartal steigerte Visa seinen Nettoumsatz um 13 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf sechs Milliarden Dollar.
Der verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 3,19 Dollar und lag damit 22 Prozent über dem Vorjahreswert. Bereinigt um Sondereffekte verdiente Visa 6,6 Milliarden Dollar beziehungsweise 3,48 Dollar je Aktie.
Für das gesamte Geschäftsjahr meldete der Konzern einen bereinigten Nettogewinn von 25,3 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 16 Prozent auf 13,27 Dollar.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Zahlungsvolumen wächst um neun Prozent
Das über Visa abgewickelte Zahlungsvolumen erhöhte sich im vierten Quartal währungsbereinigt um neun Prozent. Besonders dynamisch entwickelte sich das internationale Zahlungsgeschäft.
Grenzüberschreitende Transaktionen legten um 14 Prozent zu. Auch ohne Zahlungen zwischen europäischen Ländern erreichte das Wachstum diesen Wert.
Die Zahl der über das Visa-Netzwerk verarbeiteten Transaktionen stieg um zehn Prozent auf 74,2 Milliarden. Im gesamten Geschäftsjahr wurden 281,3 Milliarden Transaktionen abgewickelt, neun Prozent mehr als im Vorjahr.
Datenverarbeitung und Zusatzgeschäft legen zu
Die Erlöse aus der Datenverarbeitung erhöhten sich im Schlussquartal um 16 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar. Servicegebühren brachten 5,3 Milliarden Dollar ein, ein Zuwachs von 14 Prozent.
Mit internationalen Transaktionen erzielte Visa 4,1 Milliarden Dollar Umsatz. Die sonstigen Erlöse wuchsen besonders kräftig um 40 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar.
Gleichzeitig stiegen die Vergütungen und Anreize für Geschäftspartner um 21 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Diese werden bei der Berechnung des Nettoumsatzes abgezogen.
Jahresgewinn steigt auf 23,5 Milliarden Dollar
Im gesamten Geschäftsjahr erwirtschaftete Visa einen Nettogewinn von 23,5 Milliarden Dollar. Der verwässerte Gewinn je Aktie erhöhte sich um 21 Prozent auf 12,32 Dollar.
Das operative Ergebnis erreichte 28,1 Milliarden Dollar nach knapp 24 Milliarden Dollar im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die operativen Aufwendungen um elf Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar.
Das Ergebnis wurde unter anderem durch Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Personalmaßnahmen beeinflusst. Bereinigt um ausgewählte Sondereffekte lag der Jahresgewinn bei 25,3 Milliarden Dollar.
Visa plant Übernahme von BioCatch
Neben dem organischen Wachstum investiert Visa in zusätzliche Sicherheitslösungen. Im August vereinbarte der Konzern die Übernahme des Betrugserkennungsspezialisten BioCatch für 2,4 Milliarden Dollar.
Das Unternehmen entwickelt Technologien, die verdächtiges Verhalten anhand verschiedener Signale erkennen sollen. Visa will damit seine Möglichkeiten zur Betrugsprävention erweitern.
Der Abschluss der Transaktion wird bis zum Ende des zweiten Geschäftsquartals 2027 erwartet. Voraussetzung sind unter anderem die erforderlichen regulatorischen Genehmigungen.
Aktienrückkäufe erreichen 20,5 Milliarden Dollar
Visa führte im Geschäftsjahr 2026 insgesamt rund 25,6 Milliarden Dollar über Aktienrückkäufe und Dividenden an seine Anteilseigner zurück. Allein für den Rückkauf eigener Aktien wurden 20,5 Milliarden Dollar eingesetzt.
Im vierten Quartal erwarb das Unternehmen Aktien im Wert von rund vier Milliarden Dollar. Zum Geschäftsjahresende standen weitere 24,4 Milliarden Dollar aus genehmigten Rückkaufprogrammen zur Verfügung.
Der Verwaltungsrat beschloss zudem eine Erhöhung der Quartalsdividende um 16 Prozent auf 0,78 Dollar je Aktie. Die Auszahlung ist für den 1. Dezember 2026 vorgesehen.
Visa setzt auf Wachstum im digitalen Zahlungsverkehr
Konzernchef Ryan McInerney bezeichnete 2026 als Rekordjahr. Ohne die Sondereffekte der Pandemieerholung und Übernahmen erreichte Visa nach eigenen Angaben das stärkste Umsatzwachstum seit mehr als 15 Jahren.
Für die weitere Entwicklung setzt das Unternehmen auf die zunehmende Digitalisierung des Zahlungsverkehrs und den Ausbau seiner Sicherheitsangebote. Besonders internationale Transaktionen, Datenverarbeitung und zusätzliche Dienstleistungen bleiben wichtige Wachstumstreiber.




