Was vor 15 Jahren als reines Online-Start-up begann, entwickelt sich zunehmend zu einer Marke mit physischer Präsenz. Mit dem neuen Store an der Ecke Kaiserstraße und Neue Mainzer Straße, unweit des Willy-Brandt-Platzes, eröffnet Westwing seinen inzwischen zehnten stationären Standort und baut sein Filialnetz in Deutschland konsequent aus.
Die Wahl des Standorts ist kein Zufall. Frankfurt zählt zu den kaufkräftigsten und internationalsten Städten Deutschlands. Die Mischung aus Finanzbranche, internationaler Community und designaffinen Konsumenten macht die Mainmetropole zu einem attraktiven Markt für Premium-Wohnkonzepte. Für Westwing ist die Stadt damit ein strategisch wichtiger Baustein in der Expansion seines stationären Geschäfts.
„Frankfurts internationaler Charakter, die hohe Affinität zu Design und die Bedeutung als führender Wirtschaftsstandort machen die Stadt zu einem äußerst attraktiven Standort für Westwing“, erklärt CEO Dr. Andreas Hoerning in der heutigen Pressemitteilung. Mit dem neuen Store wolle man die Beziehung zu den Kunden vertiefen und die Omnichannel-Präsenz in einer der wichtigsten Metropolregionen Deutschlands weiter ausbauen.
Wenn E-Commerce greifbar wird
Der neue Store umfasst mehr als 300 Quadratmeter Verkaufsfläche auf zwei Ebenen. In einem historischen Gebäude inszeniert Westwing sorgfältig kuratierte Wohnwelten, die Produkte der eigenen Westwing Collection mit ausgewählten Designmarken kombinieren. Natürliche Materialien, warme Holztöne und bewusst reduzierte Farbwelten stellen die Inspiration in den Vordergrund.
Bemerkenswert ist dabei weniger die Fläche als das dahinterliegende Konzept. Der Store dient nicht primär als klassischer Verkaufsraum, sondern als physischer Touchpoint einer digitalen Marke. Kunden können Produkte erleben, Materialien anfassen und Einrichtungskonzepte entdecken, während QR-Codes den direkten Zugang zum vollständigen Online-Sortiment ermöglichen.
Damit folgt Westwing, das vergangenes Quartal wieder zweistellig gewachsen ist, einem Trend, der im Handel zunehmend an Bedeutung gewinnt: Digitale Pure Player entdecken den stationären Handel als Instrument zur Markenbildung und Kundenbindung. Während klassische Händler ihre Digitalisierung vorantreiben, suchen erfolgreiche Online-Anbieter Wege, ihre Marke physisch erlebbar zu machen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Omnichannel als Wachstumsmodell
Die Frankfurter Eröffnung ist Teil einer langfristigen Strategie. Westwing hat in den vergangenen Jahren sein Geschäftsmodell grundlegend weiterentwickelt. Neben dem Ausbau der Eigenmarke Westwing Collection investiert das Unternehmen gezielt in stationäre Präsenz und Serviceangebote.
Dazu gehören unter anderem die hauseigene Designberatung sowie Store-in-Store-Konzepte wie bei Breuninger. Die Filialen fungieren dabei als Showroom, Beratungszentrum und Markenbotschafter zugleich. Kunden können kleinere Produkte direkt mitnehmen oder größere Bestellungen über die integrierte Checkout-Lösung aus dem gesamten Sortiment ordern.
Für Westwing ergibt dieser Ansatz auch wirtschaftlich Sinn. Das Unternehmen hat seine Profitabilität in den vergangenen Jahren deutlich verbessert und verfolgt inzwischen eine Strategie des profitablen Wachstums. Die stationären Stores sollen dabei nicht nur zusätzliche Umsätze generieren, sondern vor allem die Markenbekanntheit erhöhen und die Kundenbindung stärken.
Vom Shopping-Club zur europäischen Lifestyle-Marke
Die Entwicklung des Unternehmens zeigt, wie stark sich der Markt für Home & Living verändert hat. Gegründet wurde Westwing 2011 von Delia Lachance und Mitgründern als inspirativer Online-Shopping-Club für Wohn- und Einrichtungsideen. Heute versteht sich das Unternehmen als europäische Premium-Plattform für Design- und Wohnprodukte.
2025 erzielte Westwing einen Umsatz von 449 Millionen Euro und erwirtschaftete ein deutlich verbessertes operatives Ergebnis. Gleichzeitig expandierte das Unternehmen in zehn neue Länder und ist inzwischen in 23 europäischen Märkten aktiv. Die Eigenmarke Westwing Collection entwickelt sich dabei zunehmend zum Wachstumsmotor und steht mittlerweile für den Großteil des Geschäftsvolumens.
Mit dem Eintritt in den britischen Markt Anfang 2026 und dem weiteren Ausbau des Filialnetzes verfolgt Westwing konsequent das Ziel, zur führenden europäischen Home-&-Living-Marke aufzusteigen. Die Eröffnung in Frankfurt ist daher weit mehr als eine weitere Filiale – sie steht exemplarisch für die Transformation eines digitalen Händlers zu einer kanalübergreifenden Lifestyle-Marke.
Der Handel der Zukunft ist hybrid
Die Eröffnung des zehnten Stores verdeutlicht zugleich eine Entwicklung, die weit über Westwing hinausgeht. Lange galt der stationäre Handel als Verlierer des E-Commerce-Booms. Heute zeigt sich zunehmend, dass erfolgreiche Handelskonzepte beide Welten verbinden.
Gerade im Möbel- und Einrichtungssegment bleibt das Bedürfnis nach physischer Produkterfahrung hoch. Materialien, Farben und Proportionen lassen sich digital nur eingeschränkt vermitteln. Gleichzeitig erwarten Kunden die Bequemlichkeit und Sortimentsbreite des Online-Handels.
Westwing versucht, genau diese Lücke zu schließen. Die Frankfurter Filiale wird damit zum Symbol einer neuen Handelsrealität: Online geht offline – und schafft ein Einkaufserlebnis, das weder rein digital noch rein stationär funktioniert, sondern aus der intelligenten Verbindung beider Kanäle entsteht.


