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Schlechtes Weihnachtsgeschäft: Kriselt es bei Galeria (doch) schon wieder?

Abmontiertes Galeria-Logo als Symbol für die Probleme von Galeria Karstadt Kaufhof
Foto: FooTToo / Shutterstock

Key takeaways

Die Galeria-Chefs sprechen in einem SZ-Interview über das enttäuschende Weihnachtsgeschäft und die aktuelle Lage der bereits dreimal insolventen Warenhauskette. Nach zunächst positiven Zahlen ist nun erneut eine Krisenstimmung spürbar.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Dreimal war Galeria bereits insolvent, zuletzt Anfang 2024 während der Benko-Krise. Nach der Übernahme durch ein deutsch-amerikanisches Konsortium im Juli 2024 startete die Warenhauskette mit neuer Struktur und Führung in die Zukunft. Doch die Hoffnung auf Stabilität wird trotz unterjährig positiven Nachrichten über „schwarze Zahlen“ offenbar durch ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft erneut auf die Probe gestellt. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sprechen die beiden Galeria-Chefs, Tilo Hellenbock und Christian Sailer, erstmals offen über die aktuelle Lage.

Schwaches Weihnachtsgeschäft belastet die Stimmung

Schon vor den Feiertagen zeigen sich die Auswirkungen: Weniger Kunden kommen in die Filialen, die Umsätze bleiben hinter den Erwartungen zurück. Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) spricht von einem allgemein schlecht angelaufenen Weihnachtsgeschäft den Stationärhandel. Für ein Unternehmen, das von starken Jahresendverkäufen abhängig ist, ein deutliches Warnsignal. Bereits letzte Woche hatte auch die Textilwirtschaft von schlechten Zahlen und zunehmend schlechter Stimmung berichtet. Die beiden Manager bestätigen den schwachen Geschäftsverlauf in dem SZ-Interview, verweisen aber gleichzeitig auf interne Maßnahmen zur Stabilisierung des Betriebs.

Christian Sailer, Finanzchef und früher unter anderem bei ATU und Weltbild tätig, betont, man analysiere derzeit alle Stellschrauben im Unternehmen – vom Sortiment bis zur Flächenstrategie. Die Reduktion des Filialnetzes sei bereits erfolgt, doch der Druck auf die verbliebenen Häuser bleibe hoch. COO Tilo Hellenbock, vormals bei Peek & Cloppenburg, sieht trotz der schwierigen Lage „ein Fundament, auf dem wir weiterbauen können“.

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Erneute Insolvenzgefahr nicht vom Tisch

Ein zentrales Thema im Gespräch ist die erneute Insolvenzgefahr. Zwar geben sich beide Führungskräfte betont kämpferisch, doch komplett ausgeschlossen wird ein weiteres Schutzschirmverfahren offenbar nicht. Die strategische Neuausrichtung stehe noch am Anfang, die Entwicklung sei „fragil“, so Hellenbock. Vor allem die Unsicherheit auf Konsumentenseite sowie die Konkurrenz durch den Onlinehandel, wo Galeria weiterhin keine echte Strategie besitzt, scheinen berechtigterweise Sorgen zu bereiten.

In Gesprächen mit Partnern wie dem ADAC – dem Galeria bereits seine Reisebüros überlassen hat – sieht man Chancen, Synergien zu schaffen. Kooperationen mit etablierten Marken wie Decathlon oder der Einzug von LIDL-Filialen könnten in Zukunft eine größere Rolle spielen, um Frequenz und Relevanz der Standorte zu steigern.

Die fragile Lage scheint auch erneut bei der Belegschaft angekommen zu sein. Laut der TW-Studie „Working in Fashion 2025“, die auf Mitarbeiter-Befragungen basiert, hat Galeria den schlechtesten Wert in puncto Arbeitsplatzsicherheit erhalten.

Galeria als Teil des Stadtbildes – mit unsicherer Zukunft

Ein weiterer Aspekt des Interviews: die Rolle der Warenhäuser im urbanen Raum. Die Geschäftsführung betont die stadtbildprägende Funktion der Filialen. Gleichzeitig sei man sich bewusst, dass diese Rolle nicht allein wirtschaftlich tragfähig sei. Die Rückendeckung durch Kommunen und die Politik sei „wünschenswert, aber nicht planbar“. Die „Stadtbild-Debatte“ hat somit auch (endlich) den Einzelhandel erreicht.

Ob Galeria ein echtes Comeback mit mehrjähriger Kontiunität gelingt oder das nächste Kapitel einer langen Krisengeschichte bevorsteht, bleibt aktuell noch offen. Bereits im Frühling hatte Miteigentümer Bernd Beetz verlauten lassen, dass die gesetzten Umsatzziele doch erst mittelfristig erreichbar seien. Fest steht: Die aktuelle Führung will das Ruder herumreißen – doch die Bedingungen dafür könnten kaum schwieriger sein.

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