2026 wird ein Schlüsseljahr für die Gehaltstransparenz in Deutschland. Mit der bevorstehenden Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie geraten Unternehmen zunehmend unter Druck, nachvollziehbare und faire Gehaltsstrukturen offenzulegen. Der aktuelle Gehaltsreport von Stepstone liefert dazu eine der umfassendsten Datenlagen: Über 1,3 Millionen erhobene Datensätze geben detaillierte Einblicke in die Einkommensverteilung nach Beruf, Region, Branche, Qualifikation und weiteren Faktoren.
Regionale Unterschiede bleiben groß
Das Bruttomediangehalt in Deutschland liegt aktuell bei 53.900 Euro. Dabei zeigen sich erhebliche regionale Unterschiede. Während west- und süddeutsche Bundesländer im Schnitt besser abschneiden, hinken ostdeutsche Regionen hinterher. So verdienen Beschäftigte in Westdeutschland im Median 56.250 Euro, in Ostdeutschland ohne Berlin nur 48.750 Euro. Großstädte wie München (64.750 Euro), Frankfurt (64.000 Euro) oder Hamburg (60.000 Euro) liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt, während Städte wie Dresden (51.000 Euro), Leipzig (51.250 Euro) und Chemnitz (48.500 Euro) darunter liegen.
Trotz dieser Unterschiede steigt die Zufriedenheit mit dem Gehalt: 2025 zeigten sich 36 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden – ein kontinuierlicher Anstieg im Vergleich zu 2024 (34 %) und 2023 (32 %).
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Branche, Betriebsgröße und Verantwortung prägen das Gehalt
Ein zentraler Befund des Reports ist die starke Spreizung der Gehälter je nach Branche. Spitzenreiter sind Banken mit einem Mediangehalt von 70.250 Euro, gefolgt von Luft- und Raumfahrt (68.000 Euro), Versicherungen (66.500 Euro), der Pharmaindustrie und dem Forschungsbereich (je 66.250 Euro). Am unteren Ende liegen Gastronomie (45.500 Euro), Land- und Forstwirtschaft (47.250 Euro) und das Handwerk (49.750 Euro).
Auch die Größe des Unternehmens hat einen klaren Einfluss auf das Einkommen: In Firmen mit bis zu 50 Mitarbeitenden liegt das Mediangehalt bei 48.800 Euro, in Großunternehmen mit über 5.000 Beschäftigten steigt es auf 63.000 Euro.
Gender Pay Gap bleibt bestehen
Die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen sind weiterhin signifikant. Der unbereinigte Gender Pay Gap beträgt laut Stepstone 9,7 Prozent. Männer erzielen im Median 55.900 Euro, Frauen 50.500 Euro. Auch nach Bereinigung struktureller Faktoren wie Branche oder Position bleibt ein Unterschied von 4,8 Prozent bestehen.
Bildung und Erfahrung zahlen sich aus
Je höher die Qualifikation, desto höher das Einkommen. Akademiker kommen im Median auf 68.250 Euro, Nicht-Akademiker auf 51.200 Euro. Auch Berufserfahrung wirkt sich aus: Beschäftigte mit mehr als 25 Jahren Erfahrung erzielen 60.000 Euro, während Berufseinsteiger unter einem Jahr Erfahrung bei 46.250 Euro liegen. Personalverantwortung bringt ebenfalls mehr Gehalt – im Schnitt 62.000 Euro gegenüber 51.300 Euro ohne Führungsverantwortung.
Die Daten zeigen: Mit wachsender Transparenz wächst auch die Notwendigkeit für Unternehmen, sich intensiv mit ihren Vergütungsstrukturen auseinanderzusetzen. Der Stepstone-Report bietet hierfür eine datenbasierte Grundlage – für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer.


