Der Techgiganz Google baut seine KI-gestützten Werbefunktionen für Search- und Shopping-Kampagnen weiter aus. Neue Tools für Gebotsstrategien und Budgetsteuerung sollen Werbetreibenden helfen, dynamischer auf verändertes Konsumentenverhalten zu reagieren und zusätzliche Reichweite zu erzielen.
Die neuen Funktionen wurden im Vorfeld der Marketingveranstaltung Google Marketing Live angekündigt. Im Mittelpunkt stehen neue KI-Funktionen für automatisierte Gebotsabgaben, Budgetplanung und die Identifikation zusätzlicher Suchanfragen mit hoher Kaufwahrscheinlichkeit.
KI soll komplexe Customer Journeys besser verstehen
Eine zentrale Neuerung ist das sogenannte „Journey-aware Bidding“, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet. Die Funktion soll Google Ads dabei helfen, komplexe Lead-to-Sales-Prozesse besser zu analysieren.
Dabei berücksichtigt die KI nicht nur klassische Conversions, sondern auch weitere Signale wie Telefonanrufe, Formularanfragen oder Newsletter-Anmeldungen. Ziel ist es, Kampagnen mit Ziel-CPA präziser auf tatsächliche Kaufabschlüsse auszurichten.
Google zufolge kann die KI dadurch besser erkennen, welche Kontaktpunkte langfristig zu erfolgreichen Abschlüssen führen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Smart Bidding soll neue Nachfrage erschließen
Zudem erweitert Google die Funktion „Smart Bidding Exploration“. Diese wurde zunächst für Search-Kampagnen eingeführt und soll künftig auch für Performance-Max- und Shopping-Kampagnen verfügbar werden.
Die Technologie nutzt KI, um zusätzliche Suchanfragen zu identifizieren, die bislang nicht gezielt angesprochen wurden. Werbetreibende können dabei eine flexible Ziel-ROAS-Toleranz definieren, um neue Zielgruppen und zusätzliche Kaufimpulse zu erreichen.
Nach Angaben von Google erzielen Kampagnen mit Smart Bidding Exploration durchschnittlich 27 Prozent mehr einzigartige konvertierende Nutzerinnen und Nutzer.
Die Beta-Version für Performance-Max-Kampagnen läuft bereits. Für Shopping-Kampagnen und Performance Max mit Produktfeeds soll der Test in den kommenden Wochen starten.
Flexible Budgets statt täglicher Anpassungen
Parallel erweitert Google seine Funktionen für Budgetsteuerung. Bereits Anfang 2026 hatte das Unternehmen sogenannte Kampagnen-Gesamtbudgets eingeführt. Damit können Werbetreibende Budgets über mehrere Tage oder Wochen hinweg flexibel festlegen.
Laut Google reduzierte sich dadurch die Zahl manueller Budgetanpassungen im Durchschnitt um 66 Prozent.
In den kommenden Monaten will Google zusätzlich ein „Demand-led Pacing“ für Search- und Shopping-Kampagnen einführen. Die KI soll Budgets künftig automatisch an Nachfrageschwankungen anpassen.
An Tagen mit hoher Nachfrage kann das System die Werbeausgaben erhöhen, während bei schwächerem Konsumverhalten automatisch weniger Budget eingesetzt wird. Monatliche Budgetgrenzen und tägliche Ausgabenlimits sollen dabei weiterhin eingehalten werden.


