Criteo weitet seine Integration von ChatGPT Ads deutlich aus und bietet Werbekunden den Zugang nun auch in 31 europäischen Märkten. Dazu gehören Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und zahlreiche weitere Länder. Der Commerce-Media-Spezialist baut damit seine Rolle als erster Werbetechnologiepartner von ChatGPT Ads aus und integriert den neuen Kanal in seine bestehende Cross-Channel-Plattform.
Für Werbetreibende soll sich dadurch ein zusätzlicher Zugang zu Nutzern eröffnen, die innerhalb dialogbasierter KI-Angebote Produkte entdecken, recherchieren und vergleichen. Criteo positioniert ChatGPT Ads dabei als Ergänzung bestehender Commerce-Kanäle und verspricht seinen Kunden, Kampagnen über bereits vertraute Prozesse steuern und deren Ergebnisse mit anderen Kanälen vergleichen zu können.
Mehr als 2.000 Marken nutzen ChatGPT Ads über Criteo
Nach Angaben von Criteo schalten inzwischen mehr als 2.000 Marken über die Plattform Werbung auf ChatGPT. Das Unternehmen berichtet zudem von steigender Nachfrage und ersten positiven Leistungskennzahlen, macht in seiner Mitteilung allerdings keine näheren Angaben zur Größe der zugrunde liegenden Stichproben oder zu absoluten Kampagnenwerten.
Besonders deutlich fallen die von Criteo genannten Werte bei der Nutzergewinnung aus. Mehr als 80 Prozent des durch ChatGPT Ads generierten Traffics sollen von Neukunden stammen. Die Klickrate liege zwei- bis dreimal höher als bei vergleichbaren Werbeformaten in anderen Umfeldern. Auch die Conversion-Raten sollen andere Referral-Kanäle übertreffen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Prompt Smart Ads sollen Kampagnen schneller skalieren
Criteo hebt außerdem seine Funktion „Prompt Smart Ads“ hervor. In ersten Tests habe sich das Werbebudget nach der Aktivierung ungefähr vervierfacht. Nach Darstellung des Unternehmens können Werbetreibende dadurch die Auslieferung verbessern und ihre Investitionen schneller skalieren.
Die Angaben stammen aus Criteos eigener Auswertung und lassen ohne zusätzliche Informationen zu Vergleichsgruppen, Kampagnenumfang und Messmethodik keine allgemeingültigen Aussagen über die Leistungsfähigkeit des Werbekanals zu. Sie liefern jedoch erste Hinweise darauf, welche wirtschaftliche Bedeutung Criteo dem noch jungen Anzeigenumfeld beimisst.
Conversational AI wird zum neuen Commerce-Kanal
Hinter der Expansion steht eine grundlegende Veränderung bei der digitalen Produktsuche. Verbraucher nutzen dialogbasierte KI-Systeme zunehmend, um sich über Produkte zu informieren, Alternativen zu vergleichen und Kaufentscheidungen vorzubereiten. Für Werbetreibende entstehen dadurch zusätzliche Kontaktpunkte außerhalb klassischer Suchmaschinen, sozialer Netzwerke und Handelsplattformen.
Criteo will diese Interaktionen mit seiner bestehenden Commerce-Infrastruktur verbinden. Werbekunden sollen ChatGPT Ads innerhalb bekannter Arbeitsabläufe nutzen und gleichzeitig Erkenntnisse zu Kaufabsicht und Kampagnenleistung mit anderen Kanälen zusammenführen können. Der Anbieter versucht damit, Conversational AI frühzeitig als regulären Bestandteil seiner Werbeplattform zu etablieren.
Deutschland gehört zu den neuen europäischen Märkten
Die europäische Expansion umfasst insgesamt 31 Länder. Neben Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Polen gehören unter anderem Österreich, Belgien, die Niederlande, Portugal, Schweden, Dänemark, Irland und die Schweiz dazu. Hinzu kommen zahlreiche mittel- und osteuropäische Märkte sowie Island, Liechtenstein und Norwegen.
Außerhalb Europas unterstützt Criteo ChatGPT Ads bereits unter anderem in den USA, Australien, Kanada, Neuseeland, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea. Mit der geografischen Ausweitung vergrößert sich damit die potenzielle Reichweite für international agierende Werbekunden erheblich.
Criteo setzt auf Werbung im Moment der Produktsuche
Für Criteo liegt der besondere Wert von ChatGPT Ads nach eigener Darstellung in der Nähe zu konkreten Informations- und Kaufabsichten. Nutzer befinden sich während einer Unterhaltung mit einem KI-System häufig bereits in einer Recherche- oder Entscheidungsphase. Marken könnten dadurch in Situationen sichtbar werden, in denen ein vergleichsweise hohes Interesse an einem Produkt oder einer Kategorie besteht.
Mit der Expansion nach Europa wird Conversational AI damit stärker zu einem kommerziellen Werbekanal. Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte sein, ob sich die von Criteo gemeldeten frühen Leistungswerte bei steigenden Kampagnenvolumina bestätigen und wie stark Werbetreibende Budgets aus etablierten digitalen Kanälen in KI-basierte Umfelder verlagern.






