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ROSSMANN testet humanoide Roboter in der Intralogistik

UBTECH Walker S2 humanoider Roboter
Foto: UBTECH / Terra Robotics

Key takeaways

Mit einem Pilotprojekt setzt ROSSMANN auf humanoide Robotik in der Logistik. Der „Walker S2“ soll Prozesse unterstützen und neue Effizienzpotenziale erschließen. Im Fokus des Tests stehen Praxistauglichkeit, Akzeptanz und wirtschaftlicher Nutzen unter realen Bedingungen bis Ende 2026.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Drogeriemarktkette ROSSMANN testet erstmals den Einsatz humanoider Robotik in der Logistik. Wie das Unternehmen mitteilt, kommt am Standort Burgwedel seit Mitte März der Roboter „Walker S2“ des chinesischen Herstellers UBTECH zum Einsatz. Ziel des auf das Jahr 2026 angelegten Pilotprojekts ist es, praktische Erfahrungen zu sammeln und den wirtschaftlichen Nutzen der Technologie realistisch zu bewerten.

Testlauf für neue Robotik-Generation

Der eingesetzte Roboter gehört zu einer neuen Generation humanoider Systeme, die speziell für industrielle Anwendungen entwickelt wurden. Mit zahlreichen Bewegungsfreiheiten kann der „Walker S2“ menschliche Abläufe nachbilden und flexibel in bestehende Prozesse integriert werden. Eine Besonderheit ist die Fähigkeit zum eigenständigen Batteriewechsel, was den Einsatz im laufenden Betrieb erleichtert.

Für ROSSMANN steht dabei weniger der Showeffekt als vielmehr die Praxistauglichkeit im Fokus. Im Zentrum der Tests stehen Fragen zur Integration in bestehende Abläufe, zur notwendigen IT-Infrastruktur sowie zur Geschwindigkeit, mit der sich neue Anwendungen entwickeln lassen. Ebenso wird beobachtet, wie Mitarbeitende die Zusammenarbeit mit dem Roboter wahrnehmen.

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Automatisierung als Antwort auf strukturellen Druck

Der Einsatz erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Herausforderungen im Handel. Steigende Kosten, intensiver Wettbewerb und Fachkräftemangel erhöhen den Druck, logistische Prozesse effizienter zu gestalten. Humanoide Robotik verspricht hier zusätzliche Flexibilität, da sie in bestehenden, für Menschen ausgelegten Umgebungen eingesetzt werden kann.

Insbesondere in der Intralogistik könnten solche Systeme künftig bei wiederkehrenden oder körperlich belastenden Aufgaben unterstützen. Ob sich diese Erwartungen im Alltag bestätigen, ist jedoch offen. Die Technologie gilt weiterhin als kostenintensiv und komplex in der Integration.

Schrittweise Erprobung bis Ende 2026

Das Pilotprojekt folgt einer klaren Struktur. Zunächst werden geeignete Anwendungsfälle identifiziert, anschließend unter realen Bedingungen getestet und schließlich hinsichtlich Skalierbarkeit bewertet. Neben technischen Aspekten stehen dabei auch Wirtschaftlichkeit, Prozessstabilität und Akzeptanz im Mittelpunkt.

ROSSMANN betont, dass man bewusst einen nüchternen Ansatz verfolgt und sich nicht vom aktuellen Hype um humanoide Robotik leiten lassen will. Entscheidungen über einen möglichen breiteren Einsatz sollen ausschließlich auf Basis eigener Daten getroffen werden.

Partner für Technologie und Umsetzung

Unterstützt wird das Projekt vom deutschen Unternehmen Terra Robotics, das als Vertriebs- und Implementierungspartner die UBTECH-Technologie bereitstellt und bei der Integration begleitet. Für den Anbieter ist die Zusammenarbeit zugleich ein wichtiger Praxistest und Referenzfall im Handel.

Signalwirkung für die Branche

Sollte sich der Einsatz als wirtschaftlich sinnvoll erweisen, könnte das Projekt weit über ROSSMANN hinaus Bedeutung gewinnen. Humanoide Robotik könnte insbesondere in bestehenden Logistikstrukturen neue Möglichkeiten eröffnen, ohne umfangreiche Umbauten erforderlich zu machen.

Ob sich die Technologie dauerhaft durchsetzt, hängt letztlich von messbaren Faktoren wie Produktivität, Ausfallsicherheit und Integrationskosten ab. Bis Ende 2026 will ROSSMANN hierzu belastbare Ergebnisse liefern und damit eine fundierte Grundlage für die nächste Entscheidung schaffen.

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