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Berichte: Shein setzt auf Hongkong-Börsengang – Druckmittel gegen London?

Smartphone mit großem Shein-Logo
Foto: Markus Mainka / Shutterstock

Key takeaways

Shein hat Berichten nach einen vertraulichen Börsengang in Hongkong beantragt, um die stockende Londoner Notierung voranzutreiben. Die neue Strategie soll politischen Druck erzeugen, während weitere Herausforderungen in den USA und der EU hinzukommen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Online-Modehändler Shein hat laut einem erneuten Bericht der Financial Times einen vertraulichen Antrag auf einen Börsengang in Hongkong eingereicht. Der bereits vor wenigen Wochen vermutete Schritt gilt als strategisches Manöver, um die festgefahrenen Pläne für eine Notierung in London wiederzubeleben.

Druckmittel gegen britische Regulierer

Shein, gegründet in China und inzwischen in Singapur ansässig, hatte vor rund 18 Monaten bereits einen Antrag für einen Börsengang in London gestellt. Der Prozess scheiterte bisher an regulatorischen Hürden – insbesondere an Differenzen zwischen britischen und chinesischen Aufsichtsbehörden über die Formulierungen im Risikobericht des Unternehmensprospekts.

Im Zentrum des Konflikts stehen Angaben zur Lieferkette in der chinesischen Region Xinjiang. Dort steht Shein wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen in der Kritik, die chinesische Behörden wiederum bestreiten. Während die britische Finanzaufsicht FCA einem Entwurf bereits zustimmte, verweigerte die chinesische CSRC ihre Freigabe. Diese fordert strengere Formulierungen bei Risiken, die sich aus dem operativen Geschäft in China ergeben.

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Hoffnung auf politische Wirkung

Mit dem Antrag in Hongkong will Shein offenbar politischen Druck aufbauen. Analysten äußern jedoch Zweifel, ob eine Genehmigung aus China automatisch die Zustimmung der britischen Seite nach sich zieht. Experten weisen zudem darauf hin, dass ein Börsengang in London zwar Prestige mit sich bringe, die Behörde aber vor allem den Schutz der Anleger im Blick habe. Dennoch könnte ein Listing auch Chancen bieten: Investoren könnten Einfluss auf ESG-Standards nehmen und so strukturelle Veränderungen bei Shein anstoßen.

Weitere Herausforderungen für Shein

Die Börsenpläne kommen zu einem schwierigen Zeitpunkt für das Unternehmen. In den USA wurde im Mai die sogenannte De-minimis-Ausnahme für zollfreie Kleinsendungen abgeschafft, was Shein empfindlich trifft. In Europa drohen ähnliche Schritte. Zudem wurde das Unternehmen in der EU wegen Verbrauchertäuschung gerügt. Die Vorwürfe umfassen unter anderem irreführende Rabattaktionen und zweifelhafte Nachhaltigkeitsversprechen.

Sheins Kurswechsel weg von den USA hin zu London – und nun möglicherweise Hongkong – unterstreicht, wie sehr geopolitische und regulatorische Faktoren das Expansionsstreben des Unternehmens beeinflussen. Der Erfolg des geplanten IPO dürfte maßgeblich davon abhängen, ob Shein es schafft, das Vertrauen westlicher Investoren zurückzugewinnen.

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