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EU durchsucht Temu-Zentrale in Dublin wegen Subventionsverdachts

iPhone und Temu-App
Foto: Camilo Concha / Shutterstock

Key takeaways

Die EU-Kommission hat Temus Europa-Zentrale in Dublin durchsucht. Grund sind mögliche unfaire Vorteile durch chinesische Subventionen. Die Maßnahme erfolgt im Rahmen der neuen EU-Verordnung gegen ausländische Staatshilfen. Temu steht auch wegen anderer Gesetzesverstöße bereits unter Beobachtung der europäischen Behörden.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Europäische Kommission hat in der vergangenen Woche unangekündigt die Europa-Zentrale des chinesischen Onlinehändlers Temu in Dublin durchsucht. Hintergrund ist ein möglicher Verstoß gegen die neue EU-Verordnung zu ausländischen Subventionen, wie Reuters berichtet. Temu, ein Tochterunternehmen des chinesischen E-Commerce-Giganten PDD Holdings, steht im Verdacht, unfaire finanzielle Vorteile durch staatliche Unterstützung in China zu erhalten.

Verdacht auf Wettbewerbsverzerrung

Die Durchsuchung ist Teil eines wachsenden Misstrauens innerhalb der EU gegenüber Billigimporten aus China. Online-Plattformen wie Temu und Shein profitieren derzeit von einer Zollbefreiung für Pakete mit einem Warenwert unter 150 Euro. Diese Regelung soll bis Ende 2026 abgeschafft werden. Europäische Einzelhändler sehen in der Steuerbefreiung einen massiven Wettbewerbsvorteil für chinesische Plattformen.

Die Kommission machte keine Angaben zum Namen des betroffenen Unternehmens oder zum Standort der Durchsuchung. Ein Sprecher bestätigte jedoch, dass eine Inspektion im Rahmen der neuen Verordnung über ausländische Subventionen (Foreign Subsidies Regulation, FSR) stattgefunden hat. Diese erlaubt der Kommission, bei Verdacht auf unfaire Wettbewerbsvorteile durch ausländische Staatshilfen aktiv zu werden und bei Verstößen Geldbußen von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes zu verhängen.

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Temu unter mehrfacher Beobachtung

Die Razzia ist nicht der erste Konflikt Temus mit den EU-Behörden. Bereits im vergangenen Jahr leitete die Kommission ein Verfahren gegen die Plattform wegen möglicher Verstöße gegen den Digital Services Act ein. Dabei ging es unter anderem um mangelnde Kontrolle beim Verkauf illegaler Produkte.

Mit aggressiven Preisen und einem riesigen Sortiment hat sich Temu, das als sehr große Online-Plattform girl, seit seinem EU-Start im April 2023 schnell etabliert und zählt laut eigenem Transparenzbericht bereits über 116 Millionen monatliche Nutzer in Europa. Der Konzern wirbt mit dem Slogan „shop like a billionaire“ und verkauft Produkte von Smartphones bis Leggings – häufig deutlich günstiger als europäische Wettbewerber.

Die Kommission äußerte sich nicht zur Beweislage, jedoch werden solche Durchsuchungen in der Regel nur bei konkretem Verdacht oder Hinweisen von Whistleblowern durchgeführt. Unternehmen können durch Kooperation mit der Behörde auf Strafminderung hoffen.

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