Zalando hat das Geschäftsjahr 2025 mit deutlichem Wachstum bei Umsatz, Handelsvolumen und Gewinn abgeschlossen. Der Mode- und Lifestyle-Plattformbetreiber profitierte dabei von der Integration von ABOUT YOU, dem Ausbau seines B2B-Geschäfts sowie einer zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz entlang der gesamten Plattform. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 300 Millionen Euro an.
Umsatz und Gewinn legen deutlich zu
Das Bruttowarenvolumen (GMV) legte laut Zalando um 14,7 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro zu. Der Konzernumsatz stieg um 16,8 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro, während das bereinigte EBIT um 15,6 Prozent auf 591 Millionen Euro kletterte.
Die bereinigte EBIT-Marge lag auf Konzernebene stabil bei 4,8 Prozent. Ohne die Effekte aus der Übernahme von ABOUT YOU hätte das eigenständige Zalando-Geschäft sogar eine Marge von 5,3 Prozent erreicht. Insgesamt lieferte das Unternehmen damit Ergebnisse am oberen Ende seiner Prognose.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Rekordwert bei aktiven Kunden
Im B2C-Geschäft verzeichnete Zalando ebenfalls ein starkes Wachstum. Die Zahl der aktiven Kunden erreichte mit 62 Millionen einen neuen Höchststand. Gleichzeitig stieg das Bestellvolumen auf mehr als 278 Millionen Bestellungen im Jahr.
Ein wichtiger Treiber ist der sogenannte Multi-App-Ansatz des Unternehmens. Neben der klassischen Zalando-App gehören dazu auch die trendfokussierte ABOUT YOU App sowie die dealorientierte Shoppingplattform Lounge by Zalando. Dieses App-Ökosystem ermöglicht es dem Unternehmen, unterschiedliche Kundengruppen gezielt anzusprechen und die Interaktion zu erhöhen.
Auch das Bonusprogramm Zalando Plus gewinnt weiter an Bedeutung. Mittlerweile zählt das Programm 16,8 Millionen Mitglieder in 17 Märkten und generierte im vierten Quartal nahezu die Hälfte des gesamten Handelsvolumens.
KI steigert Effizienz und Personalisierung
Ein entscheidender Faktor für die Entwicklung ist der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Zalando nutzt KI mittlerweile entlang nahezu aller Geschäftsprozesse – von Marketing über Logistik bis hin zur Softwareentwicklung.
Im Marketing werden bereits rund 90 Prozent der Produktinhalte mit Hilfe von KI generiert. Dadurch verkürzte sich die Produktionszeit für Kampagnen von sechs Wochen auf wenige Tage. Gleichzeitig stieg die Menge der produzierten Inhalte um etwa 70 Prozent.
Auch in der Logistik kommen KI-Modelle verstärkt zum Einsatz. Sie helfen unter anderem dabei, Lieferketten effizienter zu steuern und die Genauigkeit von Lieferprognosen deutlich zu verbessern.
Darüber hinaus setzt Zalando verstärkt auf datenbasierte Personalisierung. KI-gestützte Empfehlungen helfen Kundinnen und Kunden dabei, schneller passende Produkte sowie die richtige Größe zu finden. Nach Angaben des Unternehmens konnten dadurch größenbedingte Retouren um mehr als acht Prozent reduziert werden.
Neue Einkaufserlebnisse durch KI und „Agentic Commerce“
Parallel entwickelt Zalando neue Formen des digitalen Einkaufens. Der Zalando Assistant soll künftig als persönlicher Lifestyle-Begleiter fungieren und Kunden dialogbasiert durch das Sortiment führen. Die Zahl der Nutzer dieses Features hat sich innerhalb eines Jahres vervierfacht und liegt mittlerweile bei rund sechs Millionen.
Zudem beteiligt sich Zalando an der Entwicklung sogenannter „Agentic Commerce“-Lösungen. Dabei handelt es sich um KI-Systeme, die Produkte selbstständig vorschlagen und Kaufprozesse automatisiert unterstützen. Branchenexperten erwarten, dass dieser Markt bis 2030 rund 15 Prozent des gesamten Onlinehandels ausmachen könnte.
In diesem Zusammenhang arbeitet Zalando auch mit Google zusammen und gehört zu den europäischen Startpartnern für das Universal Commerce Protocol, das Einkäufe direkt über KI-Chatbots ermöglichen soll.
Ausbau des B2B-Geschäfts
Neben dem Endkundengeschäft wächst auch das B2B-Segment deutlich. Der Umsatz stieg 2025 um 14,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, während sich das bereinigte EBIT mehr als verdoppelte.
Zalando baut damit sein Betriebssystem für den Mode- und Lifestylehandel weiter aus. Dieses umfasst unter anderem die Logistiklösung ZEOS, die Softwareplattform SCAYLE sowie die Integrationslösung Tradebyte. Insgesamt nutzen inzwischen mehr als 1.200 Händler diese Infrastruktur, die ein Handelsvolumen von rund 11 Milliarden Euro unterstützt.
Ein wichtiger Meilenstein ist dabei auch die US-Expansion von Zalandos B2B-Unit, unter anderem in Form von der neuen Partnerschaft zwischen SCAYLE und Levi Strauss & Co. Die bekannte Denim-Marke wird ihre globale E-Commerce-Plattform künftig auf SCAYLE aufbauen.
Aktienrückkauf und Wachstumsausblick
Für das Jahr 2026 erwartet Zalando ein weiteres Wachstum von GMV und Umsatz zwischen 12 und 17 Prozent sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 660 und 740 Millionen Euro. Parallel bestätigte der Konzern seine mittelfristigen Ziele bis 2028. Demnach strebt Zalando eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von acht bis 13 Prozent sowie eine EBIT-Marge von sechs bis acht Prozent an.
Zudem kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 300 Millionen Euro an. Mit dem Schritt will Zalando überschüssiges Kapital an Aktionärinnen und Aktionäre zurückgeben und gleichzeitig das Vertrauen in die langfristige Profitabilität unterstreichen.


