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Weniger Umsatz, weniger Verlust: Neue Strategie von ASOS trägt erste Früchte

Foto des ersten Asos Pop-Up Stores in London zur Black Week
Foto: Drapers Online

Key takeaways

ASOS steigert im Geschäftsjahr 2025 trotz sinkender Umsätze das bereinigte EBITDA um über 60 %. Neue Geschäftsmodelle, optimierte Lieferketten und Markenkooperationen stärken die Profitabilität. Mit Programmen wie ASOS.WORLD will das Unternehmen 2026 verstärkt Kunden zurückgewinnen und wieder profitabel wachsen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

ASOS hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem verbesserten Ergebnis abgeschlossen – trotz eines Umsatzrückgangs. Der britische Online-Modehändler meldete für die 52 Wochen bis zum 31. August 2025 ein um mehr als 60 % gestiegenes bereinigtes EBITDA von rund 132 Mio. Pfund (ca. 153 Mio. Euro), obwohl der Umsatz im gleichen Zeitraum um 14 % auf 2,46 Mrd. Pfund (ca. 2,85 Mrd. Euro) sank. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich um 250 Basispunkte auf 5,3 %. Besonders der Ausbau der Bruttomarge – plus 370 Basispunkte auf 47,1 % – unterstreicht den strategischen Erfolg des neuen Geschäftsmodells.

Neues Geschäftsmodell mit Fokus auf Qualität statt Menge

Ein zentrales Element des Turnarounds war die geplante Umstellung auf ein margenorientiertes Geschäftsmodell. Statt wie früher auf Rabatte und hohe Verkaufsvolumina zu setzen, fokussiert sich ASOS nun stärker auf Vollpreisverkäufe und exklusive Produkte. Die Einführung des „Test & React“-Modells, mit dem Eigenmarken innerhalb von nur drei Wochen vom Design bis zur Auslieferung gelangen, trägt bereits 20 % zu den Eigenmarkenverkäufen bei. Auch die Produktion von Langstreckenware wurde durch optimierte Lieferkettenprozesse um bis zu 30 % beschleunigt.

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Drittmarkenstrategie und Fulfilment-Plattformen im Ausbau

Im Segment der Partnermarken konnten rund 100 neue Brands integriert werden – darunter Arket, House of CB und Good American. Die Zusammenarbeit mit Inditex wurde auf ein Fulfilment-Modell umgestellt, bei dem ASOS nur noch den Verkauf, nicht aber die Lagerhaltung übernimmt. Zum Geschäftsjahresende entfielen bereits mehr als 10 % des Drittanbieter-Umsatzes auf solche Modelle – ein Wert, der 2026 auf über 15 % steigen soll.

Kostenreduktion und Lagerabbau schaffen Spielraum für Investitionen

Durch Effizienzmaßnahmen in der Logistik, neue Verträge mit Distributionspartnern und die Reduzierung unnötiger Retouren sanken die Lieferkettenkosten um etwa 20 %. Die Lagerbestände wurden seit FY22 von 1,1 Mrd. auf etwa 400 Mio. Pfund reduziert – ein Rückgang um fast 60 %. Parallel dazu konnte ASOS durch Refinanzierungen und den Verkauf von 75 % der Anteile an Topshop/Topman an Heartland A/S für 135 Mio. Pfund seine Nettoverschuldung um über 110 Mio. Pfund auf rund 185 Mio. Pfund senken.

Kundenbindung durch Personalisierung und neue Features

Zwar sank die Gesamtzahl der aktiven Kunden um 14 %, doch gleichzeitig stieg der durchschnittliche Bestellwert, ebenso wie die Kundenprofitabilität. In Großbritannien legte die Zahl neuer Kunden zuletzt wieder um rund 10 % zu. Zu den Maßnahmen zur Reaktivierung zählen das Treueprogramm ASOS.WORLD mit über 1 Mio. Mitgliedern, personalisierte Produktempfehlungen und die Videoplattform ASOS Live. Features wie „Styled for You“ zeigen KI-generierte Outfitvorschläge basierend auf Nutzerverhalten.

Topshop-Comeback und optimistischer Ausblick

Mit dem Relaunch von Topshop.com und neuen Partnerschaften mit John Lewis und Liberty geht ASOS auch in Richtung stationärer Handel. Für FY26 rechnet das Unternehmen mit einem GMV-Wachstum, das 3–4 Prozentpunkte über der Umsatzentwicklung liegt, einer weiteren Bruttomargensteigerung auf bis zu 50 % und einem bereinigten EBITDA zwischen 150 und 180 Mio. Pfund. Der Free Cashflow soll in etwa ausgeglichen sein.

ASOS sieht sich damit am Beginn einer neuen Wachstumsphase. Die Kombination aus strategischem Markenportfolio, technologischer Innovation und einer klaren Ausrichtung auf profitables Wachstum soll das Unternehmen in den kommenden Jahren wieder zur führenden Plattform für modebegeisterte Kunden machen.

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